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Geschichte

Vicki Baums Erinnerungen

Vicki Baum ist nicht mehr allzu bekannt. Dabei war sie in den 1920er und 30er Jahren mit ihren Romanen so erfolgreich, dass die neidische Kritik sie als seichte Unterhaltungsautorin abqualifizierte. Was damals eher ein Makel zu sein schien, macht sie heute noch zur lesenswerten Autorin. Für ihre Erinnerungen, die jetzt in einer Neuauflage vorliegen, gilt das allemal. Sie sind in flottem Stil geschrieben. Es macht Spaß, ihr durch das kaiserliche Wien zu folgen, wenn sie ihre schwierige Kindheit als Tochter eines absonderlichen Vaters und einer kranken Mutter beschreibt. Wahrscheinlich hat sie diese harte Schule gestählt für ihren Weg zu einer so modernen Schriftstellerin, dass den Nazis schauderte. Durch die Verfilmung ihres Romans „Menschen im Hotel“ nach Hollywood gelockt, blieb die Jüdin Baum klugerweise gleich dort. Wie ihre Memoiren zeigen, besaß sie die Gabe, mit einem gewissen ironischen Abstand auf sich und ihr Werk zu schauen. („Es war alles ganz anders“, 592 Seiten, 13 Euro) dpa