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„Volk der Bäume“

In ihrem erschütternden Roman „Ein wenig Leben“ hat Hanya Yanagihara das Thema des sexuellen Missbrauchs auf eine schonungslose Art und Weise verarbeitet. Um sexuellen Missbrauch geht es auch im ersten (nun auf Deutsch erschienenen) Roman der US-amerikanischen Autorin, diesmal aus der Sicht eines Mediziners, der einem real existierenden Wissenschaftler nachgebildet sein soll. Der junge Arzt Norton Perina kommt in „Volk der Bäume“ in Kontakt mit Menschen, die von der Zivilisation nichts wissen und leben wie zu Urzeiten. Doch sie hüten ein Geheimnis: wie man ewig lebt. Weil Yanagihara mehrere Themen aufeinander bezieht, wirkt ihr Roman überladen und auch überfantasiert. Das geht auf Kosten der unmittelbaren Betroffenheit beim Leser. urs

Das Volk der Bäume Hanser Verlag, Berlin. 480 Seiten, 25 Euro.