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Weinheim Kultursommer zieht einige Meter weiter

Vom Teich an den blauen Hut

Archivartikel

Beinahe alle Jahre wieder gibt es im Vorfeld der Kultursommer-Veranstaltung „Theater am Teich“ (TaT) die Debatte darüber, ob das für den Bühnenauf- und -abbau im Schlossparkteich erforderliche Ablassen des Wassers aus Tierschutzgründen vertretbar ist oder nicht. Das mediale „Theater“ um Entenküken, Kaulquappen und kleine Frösche fällt in diesem Jahr buchstäblich ins Wasser. Denn die Stadt Weinheim hat am Dienstag entschieden, dass das TaT auf den Platz am Blauen Hut verlegt wird.

Als Grund nannte Pressesprecher Roland Kern die zahlreichen Kaulquappen, die im Teich gesichtet wurden. Damit reagierte die Verwaltung auch auf entsprechende Hinweise des Weinheimers Dr. Konstantin Bob, der seit Jahren das TaT-Festival kritisch begleitet und im vergangenen Jahr die Untere Naturschutzbehörde (UNB) eingeschaltet hatte. Damals ging es um eine Entenfamilie mit fünf Küken. Deren vorübergehende Vertreibung stellte nach Meinung mehrerer Tierärzte „eine gravierende Störung“ der Küken dar. Das sah man bei der UNB anders: Das kurzzeitige Ablassen des Wassers sei vertretbar, wenn den Enten der Weg ins Schilf nicht versperrt werde. In diesem Jahr müssen sich Küken und Frösche jedenfalls keine Sorgen machen, dass ihnen die Kunst in die Quere kommt.

„Auch die Fläche vor dem Blauen Hut ist ein wunderbarer Platz für das Theater am Teich“, rührte Roland Kern gestern die Werbetrommel für das Festival, das vom 11. bis 14. Juli auf dem Kultursommerprogramm steht. Der erste Festivaltag findet nun am Blauen Hut statt, die übrigen Veranstaltungen auf der Schlossparkwiese. pro