Seite 1 - MM

Weinheim Nightgroove lockt 4000 Besucher in die Innenstadt

Von gediegen bis Hardrock

Archivartikel

Es ist 20 Uhr, Samstagabend. Allerhöchste Zeit, um das Nightgroove-Radio anzuwerfen. Es wartet ein buntes Programm, der Intendant ist der Besucher selbst. Denn der darf aus 28 Bands und DJs wählen, ob er zu Salsa-Rhythmen, Rockbeats oder Schlager feiern möchte. Und wer sich nicht entscheiden kann, muss das auch nicht.

Zum 16. Mal wandeln sich die Weinheimer Bars, Restaurants und Geschäfte in der Innenstadt; im Vorfeld mussten Tische, Stühle und weiteres Mobiliar weichen, um Platz zum Tanzen zu schaffen – der am Veranstaltungsabend dringend benötigt wurde: Gegen 21 Uhr sind die Marktplatzlokale brechend voll. „Es kann hier erst wieder jemand rein, wenn jemand rauskommt“, erklärt ein Sicherheitsmann den wartenden Besuchern vor der Brasserie Montmartre. Auch die Cover-Rockband „Mallet“ scheint ein großer Publikumsmagnet zu sein, denn auch im Restaurant „Bratar“ geht zwischenzeitlich nichts mehr. Wer dann doch das Glück hat, der nächste in der Reihe zu sein, sieht sich einer Menschenwand gegenüberstehen.

Beschlagene Scheiben

Ähnlich sieht es im Café „Fräulein Männl“ aus: Hier legen die DJs „Mvchacho“ und „Alessio Troncone“ auf. Die elektronischen Klänge von Tech- und Deep-House ziehen vor allem ein jüngeres Publikum an, auch hier heißt es warten für den, wer rein will.

Ein Gang über den Marktplatz zeigt wiederkehrende Bilder: Die Fensterfronten der Bars und Restaurants sind beschlagen, das Kondenswasser rinnt herunter. Zu sehen sind Menschensilhouetten und die bunten, blitzenden Lichter der Bühnenscheinwerfer. Es ist kalt, zwischenzeitlich fällt das Thermometer auf unter null Grad Celsius. Der Glühweinduft und die wunderbar nach Karamell duftenden Nüsse werden zur Verlockung, der kaum jemand widerstehen kann. Aufwärmen können sich die Besucher an den brennenden Feuertonnen, die auf dem Marktplatz verteilt stehen.

Am nächsten Morgen ist Veranstalter Michael Barkhausen zufrieden: „Wir haben insgesamt rund 4000 Festivalbändchen ausgegeben. Das sind etwas mehr als im vergangenen Jahr.“ Auch bei den Bands habe es keine Ausfälle gegeben, was bei insgesamt 28 Formationen nicht selbstverständlich ist. Auch dass sich zur späteren Stunde das Geschehen vom Marktplatz in die peripheren Partylocations, darunter die „Alte Druckerei“, „Muddy’s Club“ und „Café Central“, verteilt hat, freut Barkhausen. „Der Termin für das nächste Jahr steht auch schon“, sagt der Veranstalter – am 14. November 2020 soll dann der 17. Nightgroove steigen. ppf