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Südtirol Höhen- und Hüttentouren vom Ahrntal über die Zillertaler Alpen und Hohen Tauern / „Graukäsetage“ als Genießertipp

Wanderparadies für Grenzgänger

Archivartikel

Mit 80 Dreitausendern sowie 60 Almen und Jausenstationen ist das Südtiroler Ahrntal ein Wanderrevier für Höhen- und Hüttentouren. Durch die 2018 neu eröffnete Schwarzensteinhütte gibt es einen zusätzlichen Grund, dem Tal zwischen Zillertaler Alpen und Rieserferner aufs Dach zu steigen.

Von St. Johann im Ahrntal geht es steil bergauf, teilweise auch über Metallleitern und gesichert an Fixseilen. Das Panorama von den Hohen Tauern bis zur Marmolata entschädigt für den knapp vierstündigen Aufstieg – ebenso die beliebte Schwarzensteinhütte unter dem Gipfel des gleichnamigen Dreitausenders. Sie ragt als architektonisches Highlight der Alpen empor, unten aus Beton, oben als kompletter Holzbau. Außen wurde sie mit einem Kupferblech verkleidet – als Tribut an den einstigen Kupferbergbau in Prettau, ganz hinten im Ahrntal. Vor den großen Fenstern der Stube breitet sich ein Meer an Alpengipfeln aus. Und auf dem Teller eine typische Südtiroler Marende, zu der neben Speck, Wein und Schüttelbrot auch der würzige Ahrntaler Graukäse gehört. Dieser fast „urzeitliche“ Käse mit graugrünem Naturschimmel wird nach wie vor auf den tiefergelegenen Almen hergestellt, gilt als „Slow Food“ und geschütztes Lebensmittel. Seit dem Vorjahr ist er außerdem der Mittelpunkt der „Graukäsetage“ im ganzen Ahrntal (21. bis 29. September 2019). Dann werden auf den Almen Käse, Bier und Wein verkostet. Auf den Speisekarten der Gasthöfe geben Graukassuppe, Graukasravioli und Graukasnocken die Geschmacksnote vor.

Schutzhütten zum Übernachten

Gut einkehren sorgt auch für den Antrieb beim sechstägigen Zillertaler-Alpen-Trek, den man von Lutt-ach im Ahrntal bis Wiesen im Pfitschertal gehen kann. Die Tour zieht sich entlang der Staatsgrenze zu Österreich über Schwarzenstein, den Großen Möseler und den Hochfeiler. Das Wegenetz ist gut ausgebaut und neben der neuen Schwarzensteinhütte bietet sich eine Reihe von alpinen Schutzhütten zur Übernachtung. Etwa die Chemnitzer Hütte, die man am ersten Tag nach dem Tagesmarsch von Luttach (Sessellift Speikboden) zum Tristensee erreicht. Oder die Edelrauthütte (2545 m), die am zweiten Tag nach der Tour am Neveser Höhenweg unter den Gletscherzungen des Großen Möseler und des Weißzint ins Visier rückt. Auch die nächsten Tage finden ihren Abschluss auf Schutzhütten wie der Brixner Hütte (2270 m) und der Simile Mahdalm (2300 m), bevor über das Trenser Joch und die Plitschalm zum Wiesener Hof abgestiegen wird. mk