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Roman „Drachenfliegen“ von Harry Kämmerer

Wechselfälle des Lebens

Der Lebensweg eines jungen Mannes, der sich durchs Leben treiben lässt, steht im Mittelpunkt von Harry Kämmerers Roman „Drachenfliegen“. Hans erzählt sein Leben von der Zeit an, als er als Zehnjähriger mit Freunden und Familie in einer Regensburger Wohnsiedlung lebt. Alles ist unbeschwert, bis der Vater eine Anstellung in einer anderen Stadt bekommt. Hans genießt die letzten Tage mit seinem besten Freund, als die beiden einen unliebsamen Nachbarsjungen mit ihren Fahrrädern abhängen. Merkwürdig ist nur, dass der nicht wieder auftaucht. Die Jungen genießen einen gewissen Nervenkitzel, ist es doch vielleicht ein Kriminalfall. Aber dann zieht Hans mit seiner Familie weg.

Geprägt durch Zufälle

Hans erzählt nun von Gymnasium, Bundeswehr, einem Auslandssemester in Irland und dem Weg in die Schriftstellerei. Erst nach 40 Jahren kehrt Hans in die Wohnsiedlung seiner Jugend zurück und spürt der Vergangenheit nach. Dabei kommt Überraschendes zutage, aber auch viel Alltägliches. Hans präsentiert sich nie als besonderen Menschen, sondern als Normalo, dessen Leben in erster Linie von Zufällen bestimmt wird (Verlag Nagel und Kimche, München, 224 S., 20 Euro). dpa