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Pandemie Bei der Corona-Pressekonferenz des Kreises waren neben dem Schulbusverkehr auch Traditionen im Advent Thema

Weihnachtsmärkte in Corona-Zeiten

Archivartikel

Bergstraße.Dass die Weihnachtsmärkte in der Region in diesem Jahr nicht in gewohnter Form stattfinden können, ist wenig überraschend. Überlegungen, wie die Märkte aussehen könnten, waren auch in der jüngsten Bürgermeister-Telefonrunde Thema. Die üblicherweise nachmittags stattfindenden Weihnachtsfeiern für Senioren sollen in diesem Jahr ebenso ausfallen wie die Neujahrsempfänge, wie Landrat Christian Engelhardt gestern bei der Corona-Pressekonferenz berichtete.

Die Planung und Gestaltung der Weihnachtsmärkte liege zwar in der Hand der Städte und Gemeinden, so Engelhardt, allerdings sei geplant, sich im Hinblick auf die Hygienekonzepte für die Traditionsveranstaltungen zur Adventszeit an den bereits für Wochenmärkte geltenden Regeln zu orientieren. „Das war das allgemeine Stimmungsbild in der Runde“, so Engelhardt. „Das bedeutet zum Beispiel, dass Essen und Getränke nicht direkt am Stand verzehrt werden dürfen.“

Auch die Feierlichkeiten zum 30. Tag der Deutschen Einheit, die diesmal hätten in Zwingenberg stattfinden sollen, entfallen – allerdings nicht ersatzlos. Stattdessen soll ein digitales Format auf die Beine gestellt werden.

Zum aktuellen Infektionsgeschehen äußerte sich Engelhardt positiv. „Anhand der wöchentlich veröffentlichten Testzahlen des Robert-Koch-Instituts sieht man, dass inzwischen deutlich mehr getestet wird.“ Dabei sei auch wichtig zu beachten, dass trotz vermehrter Testungen die Zahlen der davon positiv getesteten Menschen im Verhältnis langsam wieder zurückgehen. „Ich persönlich vermute auch, dass durch den Anstieg der Fallzahlen durch die Reiserückkehrer Corona den Menschen wieder bewusster geworden ist“, ergänzt Engelhardt.

Und das sei auch gut so, denn einen zweiten Lockdown verkrafte die Wirtschaft nicht. Informationen des Landes zufolge haben sich zwar das Bruttoinlandsprodukt und das Geschäftsklima wieder etwas erholt – „nach einem dramatischen Rückgang steigt die Kurve jetzt wieder an“, so der Landrat – allerdings leiden die Weltmärkte noch unter der Pandemie. Beim Anstieg handle es sich um eine Momentaufnahme, begünstigt durch die staatlichen Förderungen.

Von 2019 auf 2020 sei Schätzungen zufolge mit Steuereinbrüchen zu rechnen, die erst wieder im Jahr 2022 kompensiert werden könnten. Und gerade auch die Gewerbesteuereinbrüche beeinträchtigen die Gemeinden stark, so Engelhardt, Aussagen der hessschen Landesbank zufolge um 36,2 Prozent.

„Das hessische Kultusministerium hat inzwischen vier Planungsszenarien entwickelt: Wir befinden und gerade in der Stufe eins, im angepassten Regelbetrieb. Die Schulen haben die Infos zu den Planungsszenarien bekommen, um bis zu Stufe vier, dem Distanzunterricht, entsprechend schnell handeln zu können“, so Engelhardt.

„In letzter Zeit haben uns außerdem viele Bilder von vollen Schulbussen erreicht“, berichtet der Landrat. Klar sei, dass eine Lösung dafür gefunden werden muss – durch den zusätzlichen Einsatz von Reisebussen.

Noch sei allerdings nicht klar, ob das Land den dafür nötigen Betrag aus dem Corona-Topf beisteuere. „Denn das sind weitere finanzielle Mittel, die nicht eingeplant sind und da kommt schnell ein siebenstelliger Betrag zusammen“, erklärt Verkehrsdezernent Karsten Krug. Eine Entscheidung zu den Plänen soll im Kreistag am 21. September fallen, und spätestens zwei Wochen später sollen dann die ersten zusätzlichen Busse rollen.

Gesundheitsdezernentin Diana Stolz meldet, dass dich die Inzidenz inzwischen wieder mehr als halbiert hat: „Wir liegen inzwischen wieder bei einem Wert von 8,14, worüber wir sehr glücklich sind.“