Seite 1 - MM

Literatur Im „Guglhupfgeschwader“ feiert Autorin Rita Falk mit ihrem beliebten Ermittler Franz Eberhofer ein Krimi-Jubiläum

Wenn Lotto-Otto in Nöten ist

Der Eberhofer Franz hat viel zu feiern. Immerhin ist der Kommissar der Polizei in Niederkaltenkirchen so erfolgreich, dass nun ein Kreisverkehr nach ihm benannt wird. Aber noch viel wichtiger ist sein Dienstjubiläum. Der Bürgermeister seines kleinen bayerischen Heimatorts weist ihn auf ein besonderes Datum hin, viel ungewöhnlicher als Weihnachten oder Silvester: „Was nicht alljährlich ist und unbedingt gefeiert werden muss, das ist ihr zehnjähriges Dienstjubiläum.“

Das Jubiläum feiert Eberhofer nicht nur als Polizist im kleinen Niederkaltenkirchen, sondern vor allem als Hauptfigur und Erzähler in den humoristischen Heimatkrimis von Rita Falk. Seit seinem Debüt in „Winterkartoffelknödel“ sorgt er mit seinen oft unkonventionellen Methoden, seinem quirligen Familienleben und seinem ewigen Hunger auf bayerische Hausmannskost regelmäßig für spannende Unterhaltung – zur Zeit auch im Kino, in der Verfilmung des Buches „Leberkäsjunkie“, die Ed Herzog mit Sebastian Bezzel in der Hauptrolle inszeniert hat.

Eberhofer genießt die Feiern, auch wenn er immer zu spät kommt, um noch etwas von Omas legendären Guglhupfen abzubekommen. Aber beim Feiern allein bleibt es nicht. Zu einem Krimi gehört auch ein Fall, und den bringt hier der Lotto-Otto.

Hohe Spielschulden

„Ich glaub, ich brauch dringend deine Hilfe“, sagt der junge Mann, der eigentlich Oskar heißt und mit seiner Mutter einen Lottoladen betreibt. Eberhofer ist begeistert: „So versaut er mir mit einem einzigen Satz meinen gesamten Samstagabend.“ Ottos Problem ist erheblich. Er hat Spielschulden, und zwar nicht nur ein paar, sondern gleich 60 000 Euro. Seine Gläubiger werden ungeduldig und setzen ihn zunehmend unter Druck, auch mit Gewalt. Mit wem er es zu tun hat, weiß der Lotto-Otto nicht so genau, aber er hat gehört, dass Polizisten darunter sein sollen.

Natürlich kann der Eberhofer seine Hilfe nicht verweigern, und so macht er sich mit seinem Kumpel Birkenberger daran, die Verbrecher aufzuspüren. Das wird allerdings überraschend schwierig, denn der Birkenberger hat eine neue Freundin, und die sieht das Engagement ihres Freundes ganz anders, als es Eberhofer passt.

Eberhofer kümmert sich um alles Mögliche. Besonders sein kleiner Sohn Paul und seine Frau Susi liegen ihm am Herzen und sorgen immer wieder für amüsante Situationen. Aber der Kriminalfall wird dann doch immer dramatischer. Trotz aller Kabbeleien laufen Eberhofer und Birkenberger zur Hochform auf – und, so viel darf verraten werden, sie bringen ihre Ermittlungen auch dieses Mal zum Erfolg. Und für die Leser, denen Omas Landküche so sehr ans Herz gelegt worden ist, hat „Guglhupfgeschwader“ sogar noch ein paar ihrer Rezepte im Angebot. Also ist wieder alles so, wie es Eberhofer gefällt.