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Im Test Der Opel Grandland X Plug-in-Hybrid4 erreicht mit einem Turbobenziner und zwei Elektromotoren eine Leistung von 300 PS

Wie ein geölter Blitz

Archivartikel

Mannheim.Potzblitz, das ist mal eine Ansage! Der Opel Grandland X Plug-in-Hybrid4 schöpft Kraft aus drei Herzen und kommt dabei auf eine Systemleistung von 300 PS. Mehr Power hat keiner aus Rüsselsheim. Aber nicht nur deswegen ist das Hybrid-SUV (Sport Utility Vehicle) ein bemerkenswertes Angebot des deutschen Herstellers. Der Blitz, legendäres Logo der Firma, wurde mit dem elektrisierten Grandland mächtig aufpoliert.

Das erste Plug-in-Hybrid-Modell der Rüsselsheimer rollt unverwechselbar mit einer Zweifarben-Optik vom Band in Eisenach. Unter Rubinrot mit schwarzer Motorhaube und schwarzem Dach versteckt sich reichlich innovative Technik, Komfort und Fahrspaß. Für die immense Kraft sind ein 1,6-Liter-Turbobenziner (200 PS) sowie ein Elektromotor an der Vorderachse (110 PS) nebst einem an der Hinterachse (113 PS) verantwortlich. Der Frontmotor überträgt seine Kraft über eine Achtstufen-Automatik auf die Vorderräder. Der Akku an der Hinterachse macht den Grandland zum Allradler.

Butterweiche Automatik

Im täglichen Gebrauch merkt man von diesem Zusammenspiel nichts. Die Automatik schaltet butterweich und ruckfrei. Das Fahrzeug ist komfortabel abgestimmt und macht auch auf schlechten Straßen eine gute Figur. Wie ein Sportler schießt das SUV in 6,1 Sekunden aus dem Stand auf die 100-Kilometer-Marke. Der Vortrieb endet bei 235 km/h. Das Beschleunigen fühlt sich dabei nicht gehetzt an, wie man dies bei manch anderen Hybriden empfindet. Satt und dynamisch geht der Rüsselsheimer voran. Und das nicht erst mit dem Sportmodus, welcher aber das Fahrzeug insgesamt noch impulsiver erscheinen lässt.

Mit „Elektro“, „Allrad“ und „Hybrid“ stehen drei weitere Einstellungen zur Verfügung. Wobei das SUV im Hybrid-Modus automatisch in der jeweils effizientesten Antriebweise fährt. Knapp 60 Kilometer weit kann der Allradler rein elektrisch. Emissionsfrei fährt der Grandland bis zu 135 km/h schnell. Spätestens ab dieser Geschwindigkeit schaltet der Verbrenner unauffällig dazu. Den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch gibt das Werk mit 1,6 Litern pro 100 Kilometer an. Dieser Wert setzt voraus, dass die Lithium-Ionen-Batterie immer Saft zur Verfügung stellt. Ist sie leer, gibt es dann auch andere Verbräuche.

Auf der Autobahn fließen bei flotter Fahrt auch mal zehn Liter durch die Schläuche. Unterm Strich indessen verzeichnen wir einen durchschnittlichen Verbrauch von 5,5 Litern. Laden kann man unter anderem an einer Haushaltssteckdose. Bis der Stromtank allerdings voll ist, können neun Stunden ins Land ziehen. Schneller geht der Vorgang mit einer 7,4 kW Wallbox. In knapp zwei Stunden ist der Akku voll. Wer sicher gehen will, dass er in der Stadt emissionsfrei unterwegs ist, der kann Saft „einfrieren“, sprich vorab genügend Energie speichern, bis sie später benötigt wird.

Wie bei einem SUV üblich, sitzen die Passagiere leicht erhöht und genießen einen bequemen Zu- sowie Ausstieg. Sie haben reichlich Platz sowohl vorne als auch hinten. Für die Koffer bleibt ein Fach mit einem Volumen von 390 Litern, das auf 1528 erweitert werden kann. Das sind in beiden Fällen 124 Liter weniger als beim Grandland ausschließlich mit einem Verbrenner. Die Materialien im Innenraum sind wertig und gut verarbeitet. Keinerlei Bedienungsprobleme bereiten das acht Zoll Touchscreen und die darunter liegenden Knöpfe.

Der Opel Grandland X Plug-in-Hybrid 4x4 Elegance kostet 49 875 Euro. Das Plug-in-Hybridmodell mit einer Systemleistung von 224 PS wird ab 42 344 Euro angeboten.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto