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Nachhaltigkeitskonzept Der österreichische Hotelier Markus Gutjahr geht für den Umweltschutz neue Wege / Energie- und Wasserverbrauch gesenkt / Kosten reduziert / Auszeichnungen für Engagement

Wo Urlaubsglück mit der Natur im Einklang ist

Archivartikel

Abtenau.Markus Gutjahr ist Naturliebhaber, Ausdauersportler, Musikfreund, Servicefanatiker und Herzbluthotelier. Er lebt seit seiner Geburt in Abtenau, einer knapp 6000 Einwohner zählenden Marktgemeinde in der österreichischen Ferienregion Salzburger Land. Wenn Markus Gutjahr von seiner Heimat erzählt, kommt er ins Schwärmen. Das ist auch kein Wunder: Abtenau liegt 50 Kilometer südlich von Salzburg im lieblichen Lammertal inmitten der Salzburger Alpen. Von den Zimmern und vor allem von der lässigen Sky-Lounge auf dem Dach seines familiengeführten Aktiv- und Wellnesshotels Gutjahr blickt man auf das imposante Tennengebirge, die Osterhorngruppe, sieht die Bischofsmütze (2458 Meter) des Gosaukamms und weiß auch den Dachstein (2995 Meter) ganz nahe.

„Die Bischofsmütze ist der schönste Berg der Welt“, sagt Markus Gutjahr überzeugt und tätschelt dabei Labrador Lennox das Fell. Der gutmütige Vierbeiner ist der Liebling der Hotelgäste des Viersterne-Superior-Hauses. Er begleitet sein Herrchen gern bei dessen sportlichen Aktivitäten, etwa dem Tourengehen und Skilaufen im Winter, dem Mountainbiken, Berglaufen und Wandern zur hauseigenen Erlebnisalm im Sommer. Sport ist für Markus Gutjahr ein Lebenselixier, ein Ausgleich zu den vielen Aufgaben, die er als Funktionsträger etwa in Institutionen wie der ARGE Dachstein West (zu der Skiregion zählt auch Abtenau) innehat und zur Siebentagewoche im Hotel. Das übernahm er in den späten 1980er Jahren von seinen Eltern, die 1969 mit einer Pension die Fremdenzimmervermietung gestartet hatten. Seither erweiterte die Familie das Haus stets und passte es aktuellen Ansprüchen an: Wintergarten, Aufzüge, Wellnessbereich, Freizeit- und Spielraum, Erlebnis-Hallenbad, hochwertige Zimmer – Modernisierungen und Neubau sind im ständigen Fluss.

Neue Sauna mit Zeitschaltuhr

Dabei liegen Markus Gutjahr vor allem die Nachhaltigkeit und der Umweltschutz am Herzen. Die herrliche Natur mit ihren sattgrünen Wiesen im Sommer, den dichten Wäldern und den schroffen Gebirgsmassiven, in der er aufwuchs und in der seine Kinder Cornelia und Markus jun. groß geworden sind, soll auch für künftige Generationen ein Wander-, Rad- und Wintersportparadies bleiben. Mit Blick auf das menschliche Verhalten im Umgang mit natürlichen Ressourcen möchte Markus Gutjahr dabei Maßstäbe setzen. Als Familienbetrieb sind ihm die eigene Lebensqualität und die der Menschen in seiner Heimat genauso wichtig wie die Zufriedenheit der Urlauber. Übrigens: Sein Haus hat etwa 85 Prozent Stammgäste. Und gerade sie erleben, wie der Anspruch ihrer Gastgeber in Bezug auf die ganzheitlich nachhaltigen Ansätze im Betrieb wächst. Konsequent werden Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz umgesetzt. Bisher erfolgten zum Beispiel die Umstellung auf Fernwärme aus Biomasse, Wärmedämmung der Außenwände und oberste Geschossdecke, Wärmerückgewinnung für Kühlanlagen, der Einsatz von LED-Beleuchtung im Neu- und Umbau sowie die sukzessive Nachrüstung von Fenster-Kontaktregelungen für die Heizung bei Neu- und Umbauten, Niedertemperaturheizung in wesentlichen Teilen des Betriebes und Zeitschaltuhren in der Sauna. Die Bergsteiger-Sauna, Dampfbäder und die Luis-Trenker-Wärmekabine sowie ein Technogym-Fitnessbereich gehören zur neuen Pool-Area mit Chillout-Lounge. Die visionäre Professionalität hat den Gutjahrs bereits das österreichische Umweltzeichen für Tourismus, das EU Eco Label und den Hygiene-Check der Wirtschaftskammer eingebracht.

In der Küche setzt Hauschefin Barbara mit ihrem Team auf regionale Produkte, die sie sowohl beim Frühstücksbuffet als auch in den allabendlichen Fünf-Gänge-Menüs mit Wahlmöglichkeit zwischen drei Hauptgerichten auf der Basis gut bürgerlicher und für die Region typische Kost sowie mediterraner Einflüsse raffiniert arrangiert – ein Gaumenschmaus, der ohne große Transportwege möglich wird.

Im Hotel, das 2020 erweitert wird, rücken Naturmaterialien in den Blickpunkt, sogar in Sachen Wandkunst, wie im Reich von Cornelia Gutjahr zu sehen ist. Die Junior-Chefin, die wie ihr Bruder im Hotel mitarbeitet, verwöhnt die Gäste als ausgebildete Masseurin und Kosmetikerin im Beautybereich. Und auch hier küsst eine echte Spezialität des Hauses die Natur: Die Kräuterstempelmassage hilft, den Körper innerlich und äußerlich ins Gleichgewicht zu bringen.

Stolz auf Wasserhygiene-Award

Wohlfühlambiente wurde auch in den 15 neu mit Vollholzmöbeln im edlen Landhausstil eingerichteten Zimmern geschaffen. Zum innovativen Konzept zählen behindertengerechte Suiten, barrierefreie Zugänge im gesamten Haus, Generalschalter für den Strom im Zimmer sowie sensorgesteuerte Armaturen, um so den Wasserverbrauch besser unter Kontrolle zu haben.

Apropos: Das Wasser – die Quelle des Lebens – spielt eine besondere Rolle. Das Hotel Gutjahr hatte als Umweltzeichen-Betrieb einen Wasserverbrauch, der etwas unter dem Durchschnitt der Branche lag. Pro Gast und Tag wurden 203 Liter Trinkwasser verbraucht, zeigt Markus Gutjahr entsprechende Protokolle. Der Jahresbedarf an Trinkwasser lag bei 5588 Kubikmetern, wobei 51 Prozent davon, wie in Hotels üblich, durch die Gäste im Zimmer verbraucht wurde. „Eine regelmäßige Spülung zur Verhinderung von stehendem Wasser bei Schließzeiten und Nichtbelegung war weder in den Zimmern noch im Wellnessbereich gegeben“, erklärt der Hotelchef die Einführung des Trinkwasser-Einspar-Contracting, bei dem sowohl der Wasserverbrauch und damit Kosten gesenkt werden als auch die Trinkwasser-Hygiene verbessert wird. Durch den Einsatz von Öko-Duschköpfen reduzierte sich beispielsweise die Wasserdurchlaufmenge auf maximal neun Liter pro Minute. Gleiches beim Einsatz von energieeffizienten Armaturen: Hier beträgt der Wasserdurchlauf sechs Liter pro Minute. Eine intelligente Spültechnik verhindert Stagnation. „Die Duscharmaturen im Schwimmbad und Wellnessbereich sind mit elektronischer Abschaltautomatik und Hygiene-Spülfunktion ausgestattet“, erläutert Markus Gutjahr weiter. Allein 2017 konnten damit 34 800 Kilowattstunden und 6500 Euro gespart werden. In dem Jahr erhielt das Hotel für dieses Projekt den Wasserhygiene-Award, der den Platz im Ranking unter den umweltbewussten Hotels in den Salzburger Bergen festigte, was die Familie stolz macht.

Urkunden und Fotos von Preisverleihungen dieser Art schmücken die Flurwand zwischen dem Restaurantbereich und der Bar. Dort hängen auch Fotos von Roy Black (1943 – 1991) mit persönlicher Signatur. Markus Gutjahr war einige Zeit der Chauffeur des deutschen Schlagerbarden. Details über diese Zeit lässt er sich vielleicht bei einem Plausch entlocken, zumal er selbst der Musik frönt. Mit der Ziehharmonika spielt der Hotelier zum Beispiel am Begrüßungsabend für neue Gäste Heimatlieder. Gern spricht er über seine sportlichen Ambitionen wie Teilnahmen an Marathonläufen und dem Radevent Glocknerkönig, bei dem es auf der (gesperrten) Großglockner-Hochalpenstraße zum Fuschertörl auf 2445 Metern geht.

„Bei der Bewegung in der Natur schätzt du das Leben“, sagt der Mann, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert. Seine Augen leuchten dabei. Genau dieses Gefühl möchte er den Gästen in seinem Hotel mitgeben, unter anderem bei gemeinsamen Wanderungen und von ihm initiierten mehrtägigen Hüttentouren. Und jetzt plant der nimmermüde Tausendsassa auch noch einen Halbmarathon auf der „Panoronda“, der Aussichtsrunde in der Skiregion Dachstein West . . .

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