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SV Waldhof Mannheim Aufsteiger startet mit drei Unentschieden in die Drittliga-Saison / Neuzugänge müssen sich noch integrieren / Hoffnung auf Platz im Mittelfeld

Wohin die Reise geht, bleibt abzuwarten

Archivartikel

Katerstimmung herrschte vor einem Jahr beim SV Waldhof Mannheim. Die Ereignisse rund um das abgebrochene Aufstiegsspiel gegen den KFC Uerdingen 05 hatten ihre Nachwehen noch weit in die neue Saison hineingezogen. Ein Neun-Punkte-Abzug, der später auf drei Zähler reduziert und letztlich vor dem Zivilgericht komplett annulliert wurde, stand im Raum.

Zudem hatten die Fans ihre Heimat auf der Otto-Siffling-Tribüne aufgeben müssen. Die 0:1-Heimniederlage gegen den SSV Ulm 1846 am ersten Spieltag machte das Desaster perfekt. Doch dann zeigte der SV Waldhof einmal mehr seine Stehauf-Qualitäten, der von Rückschlägen geprägte Club hatte im Hintergrund eine starke sportliche Leitung, die sich nicht von Nebenschauplätzen beirren ließ und einen Kader zusammenstellte, der die Regionalliga Südwest fast schon dominierte. Nach 16 Jahren kehrte der SV Waldhof Mannheim auf die bundesweite Fußballbühne zurück.

Mit drei Remis zum Auftakt legten die Blau-Schwarzen in der jetzigen Spielzeit einen Saisonstart hin, der zwar noch Luft nach oben offenbarte, aber durchaus auch Lust auf die neue Liga und die traditionsreichen Gegner weckt.

„Es macht natürlich viel mehr Spaß in einer Arena zu spielen, wo etwas los ist, als auf einem Platz, bei dem wenige Meter weiter der Bratwurststand ist“, freut sich auch SVW-Schlussmann Markus Scholz auf große Zuschauerkulissen in Braunschweig, München oder wie bereits am 3. Spieltag in Magdeburg. Dort verteidigten die Blau-Schwarzen mit großem Kampf ein 1:1 und stellten fest, welcher Wind in Liga drei weht. „Man merkt schon, dass wir uns noch an die Gegebenheiten anpassen müssen. Wir müssen das körperbetonte Spiel noch adaptieren und wir haben nicht mehr so viele Chancen wie in der Regionalliga“, betont Scholz. Für die Abteilung Attacke hat der Waldhof mit Valmir Sulejmani und dem Neuzugang aus Elversberg, Kevin Koffi (Bild) , die beiden erfolgreichsten Torschützen der letztjährigen Regionalligasaison unter Vertrag.

Kern nach München

Der Drittplatzierte dieser Rangliste hätte dem SV Waldhof auch weiterhin gut zu Gesicht gestanden. Der Hockenheimer Timo Kern hat den Alsenweg-Club allerdings nach einigen Querelen verlassen und sich dem Ligakonkurrenten FC Bayern München II angeschlossen. Als Neuzugänge konnten mit Jan-Hendrik Marx von den Offenbacher Kickers und Benedict dos Santos (VfB Stuttgart II) zwei Akteure von bisherigen Ligakonkurrenten losgeeist werden, die in den ersten Ligaspielen von Trainer Bernhard Trares fest positioniert waren.

Mohamed Gouaida (SV Sandhausen) fiel in der Vorbereitung mit einer Muskelverletzung aus, die ihn nach dem Magdeburg-Spiel erneut ereilte. Auch Arianit Ferati vom Hamburger SV wird noch Zeit benötigen, Max Christiansen von Arminia Bielefeld stieß erst vor dem 2. Spieltag zum Team. Der eine oder andere Fang soll demnach noch vor dem Ende der Transferperiode Ende August an Land gezogen werden, denn mit Jan Just, Mounir Bouziane, Raffael Korte und Jesse Weißenfels stehen alleine vier Akteure auf der Verletztenliste.

Wohin die Reise beim SV Waldhof geht, bleibt also abzuwarten. „Es ist schwer, zum jetzigen Zeitpunkt etwas zu prognostizieren. Ich hoffe, dass wir uns im Mittelfeld einpendeln“, sagt Scholz. Ein Highlight im Monat August ist zweifelsohne das DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt, das am 11. August für ein ausverkauftes Carl-Benz-Stadion sorgt. „Natürlich ist das ein Erlebnis, denn es gibt einige, die das Stadion noch nicht ausverkauft erlebt haben“, freut sich Scholz. „Der sportliche Anreiz ist da, einem Bundesligisten ein Schnippchen zu schlagen.“

Bild: vaf