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Zwei Ex-Junioren-Nationalspielerinnen

Elisa Stuttfeld und Isabell Hurst

Auf einem „hohen Berg hier“ sei sie erst vor kurzem gewesen, erzählt Elisa Stuttfeld. Melibokus? „Ja genau, ich bin mit dem Mountainbike hochgefahren.“ Klettern und Skitouren zählen darüber hinaus zu ihren bevorzugten Freizeitbeschäftigungen. Angesichts dieses vielfältigen Sportprogramms ist es nicht überraschend, dass Elisa beim obligatorischen Laktattest zu Beginn der Vorbereitung die meisten Umläufe aller Flames-Spielerinnen auf der Stadionrunde im Weiherhaus abspulte.

Lange an ihrer Seite war dabei Isabell Hurst. Schon früher waren Elisa und Isabell zusammen unterwegs in der U 19-Nationalmannschaft. Mit im Team des Jahrgangs 1998/99 stand Julia Maidhof, die mittlerweile für die Flames ein Länderspiel in der DHB-Auswahl der Frauen bestritten hat. „Es ist ein gutes Gefühl, einige Mädels zu kennen, wenn man zu einem neuen Verein kommt“, findet Isabell.

Näher an der Heimatstadt

Die 19-jährige Kreisläuferin spielte vier Jahre lang für den HC Leipzig und durchlief dort die renommierte Nachwuchsabteilung des Traditionsclubs. „Wir haben schon in der Jugend unter professionellen Bedingungen trainiert“, berichtet Isabell. Als sie in die Saison 2017/18 in den Bundesliga-Kader einchecken sollte, musste der HC Insolvenz anmelden und wurde in die 3. Liga zurückgestuft. „Das war bitter.“

Isabell ging diesen Weg mit und schaffte mit Leipzig 2019 den Aufstieg in die 2. Liga. Länger warten auf die Bundesliga wollte sie allerdings nicht und entschloss sich, das Angebot der Flames anzunehmen. Willkommener Nebeneffekt ihres Wechsels von Sachsen nach Hessen ist die Nähe zur ihrer badischen Heimatstadt Bruchsal. „Das war mir wichtig.“

Was auf Kreisläuferinnen in der Beletage des deutschen Frauenhandballs zukommt, hat sie in der Testpartie gegen Bietigheim von der Tribüne aus beobachten können. „Das war schon heftig“, blickt sie respektvoll, aber keinesfalls eingeschüchtert zurück auf die Auseinandersetzungen, die ihre Positionskollegin Dionne Visser tapfer führte. „Dionne hat immer weiter gemacht und ist dafür belohnt worden.“

Nicht nur das Match gegen den deutschen Champion verpasste Isabell wegen eines doppelten Bänderrisses im Sprunggelenk, sondern auch die letzten Etappen der Vorbereitung. Zum Liga-Auftakt gegen die Kurpfalz-Bären hofft Isabell, wieder an Bord zu sein.

Elisa Stuttfeld bildet mit Christin Kühlborn, beide haben am 25. August Geburtstag, das Doppel für die linke Außenbahn. Obwohl Elisa erst 20 ist, verfügt sie bereits über drei Jahre Bundesliga-Erfahrung. Mit 17 debütierte sie im Oberhaus für den TV Nellingen, der sich gerade nach drei Erstliga-Spielzeiten aus finanziellen Gründen in die 3. Liga zurückzog. Nun will sich Elisa, die neben Ausdauer hohe Geschwindigkeit mitbringt, bei den Flames weiterentwickeln.

Ehrgeizige Ziele

Als ehemalige Junioren-Nationalspielerin hat sie das DHB-Team der Frauen im Hinterkopf. „Ich denke, dieses Ziel hat jede Spielerin, die in der Jugend-Nationalmannschaft war.“ Hört sich spannend an -genauso wie das Studium, das Elisa demnächst aufnehmen wird: Outdoorsport und Adventure Management.