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Weinheim Landesregierung vergibt die Veranstaltungen für das Jahr 2025 an die Stadt / Rund 100 000 Besucher werden erwartet

Zweiburgenstadt richtet Heimattage aus

Archivartikel

Weinheim hat von der baden-württembergischen Landesregierung den Zuschlag für die Ausrichtung der Heimattage im Jahr 2025 erhalten. Zu den ersten Gratulanten gehörten die Landtagsabgeordneten Julia Philippi (CDU) und Uli Sckerl (Grüne). Ausschlaggebend für die Vergabe seien die vielfältigen kulturellen Angebote, das außerordentliche bürgerschaftliche Engagement und die Anstrengungen Weinheims zur Stärkung eines nachhaltigen Tourismus gewesen, erklärte Philippi in einer Pressemitteilung. Sckerl ergänzte: „Der Zuschlag war keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis erstklassiger konzeptioneller Arbeit.“

Im Weinheimer Rathaus wurde die Nachricht natürlich mit Freude aufgenommen. „Tour de Ländle, SWR Pfännle, Landesturnfest – Weinheim ist in Baden-Württemberg als Stadt der Gastfreundschaft bekannt und geschätzt. Nun kann die Stadt noch einen Gang zulegen, was die Bekanntheit und das gute Image im Land und darüber hinaus angeht“, heißt es in einer ersten Reaktion aus dem Rathaus. Nach Ladenburg 1998 und Sinsheim 2020 sei Weinheim erst die dritte Kommune im Rhein-Neckar-Kreis, die den Zuschlag erhalten hat.

Projekte in Eigenverantwortung

Der Gemeinderat hatte sich im Oktober vergangenen Jahres für eine Bewerbung ausgesprochen und im Erfolgsfall auch die befristete Schaffung einer zusätzlichen Stelle im Amt für Touristik, Öffentlichkeitsarbeit und Kultur befürwortet. „Ich bin mir sicher, dass Weinheim ein Aushängeschild des Landes sein wird“, erklärte am Donnerstag Oberbürgermeister Manuel Just. Dabei sei man sich der Herausforderung und Aufgabe bewusst. Schon im Gemeinderat hatte er betont, dass die Bürgerschaft früh in die Vorbereitungen und die Ideenfindung eingebunden werde. Denn Weinheim habe sich zum Ziel gesetzt, „dass die Großveranstaltung nachhaltig Spuren hinterlässt“.

Deshalb sollen 2025 Projekte initiiert werden, die Bestand haben „und die Stadtgesellschaft über das Jahr hinaus voranbringen“, erklärte Pressesprecher Roland Kern, der die Bewerbung verfasst hat. Die Heimattage bestehen in erster Linie aus zwei mehrtägigen Veranstaltungen, die vorgeschrieben sind, sowie Veranstaltungen und Projekten, die in der Eigenverantwortung der Ausrichter-Kommune liegen.

Feste Bestandteile der Heimattage sind der „Baden-Württemberg-Tag“ im Frühjahr und die „Heimatfesttage“ im September. Im Vorfeld der Sitzung hatte die Stadtverwaltung ermittelt, dass bei geschätzten 100 000 Besuchern der Heimattage die Wertschöpfung in der Stadt beträchtlich ist. Im Wesentlichen dürften Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie davon profitieren. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich an den Kosten der Heimattage mit einem Betrag von 200 000 Euro, erwartet von der Stadt im Gegenzug das gleiche finanzielle Engagement, das allerdings auch in Sachleistungen abgerechnet werden kann. Weitere 200 000 Euro will die Stadt über Sponsoren und Partner aus der Wirtschaft hereinholen. Der „Baden-Württemberg-Tag“ im Mai besteht in der Regel aus einer Leistungsschau der Region und des Landes. Er steht im Zeichen des modernen Baden-Württemberg und lädt die Bevölkerung zu Information und Unterhaltung ein. Er ist ein Schaufenster für Industrie, Handwerk, Gewerbe, Handel, Vereine und Verbände. Es wird ein großes mehrtägiges Bühnenprogramm geboten.

Bei den „Landesfesttagen“ im September stehen dann eher die traditionellen Werte und Bräuche der Region und des Landes im Vordergrund. Höhepunke sind der Landesfestumzug und die Verleihung der Heimatmedaille des Landes Baden-Württemberg.

Prominente Botschafter

Schon im Gemeinderat hatte Kern davon gesprochen, dass es durchaus um eine innovative Interpretation des Heimatbegriffes gehen soll, der neben der touristischen Wirkung auf die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Heimatstadt abzielt, sowie auf die Werte einer solidarischen und offenen Stadtgesellschaft. Der Titel der Bewerbung hieß daher auch: „Heimat ist ein Gefühl.“ Zu den Botschaftern der Bewerbung zählen der Comedian Bülent Ceylan, die Krimi-Autorin Ingrid Noll, die Jazz-Pianistin Anke Helfrich sowie Dr. Mohsen Sohi, der Sprecher des Vorstands der Freudenberg-Gruppe. wn