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Augen auf beim Reifenkauf

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Sicherheit: Gut unterwegs mit jahreszeitlich angepasster Bereifung

Von O bis O (Ostern bis Oktober) ist die Zeit für Sommerreifen, so eine bekannte Faustregel. Doch viele Autofahrer fragen sich: Brauche ich Sommerreifen wirklich noch? Was sollte beim Reifenkauf beachtet werden? Ob und wann ein Wechsel sinnvoll ist, verrät ein Blick auf so manche Mythen, die es rund um den Reifenwechsel gibt.

Mythos 1: Winterreifen kann man auch im Sommer fahren

Untersuchungen zeigen, dass Winterreifen im Sommer häufig längere Bremswege haben. „Das liegt an der speziellen und weichen Gummimischung von Winterreifen“, erklärt Reifenexperte Mike Rignall.

Sommerreifen bieten hingegen beispielsweise bei Regen und hohen Asphalttemperaturen bessere Aquaplaning-Eigenschaften und mehr Fahrstabilität. Sie verfügen außerdem über eine härtere Gummimischung und mehr Grip. Dadurch können sie hohen Temperaturen oder auch Starkregen besser standhalten als Winterreifen.

Wer sicher unterwegs sein will, sollte dem Credo des Deutschen Verkehrssicherheitsrats folgen: „Winterreifen im Winter, Sommerreifen im Sommer.“

Mythos 2: Es müssen immer Premium-Reifen sein

Aktuelle Reifentests wie der des Auto Club Europa (ACE) zeigen eindrücklich, dass auch Reifen aus dem mittleren Preissegment hervorragende Leistungen erbringen und ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Mythos 3: Benutzte Reifen kann man neu aufziehen

Prüfen geht über Ausprobieren – und Unwissenheit birgt die größte Gefahr. Mike Rignall empfiehlt: „Reifen sollten vor jedem Wechsel auf ihre Einsatzfähigkeit geprüft werden.“ Die wichtigsten Kriterien seien dabei: Profiltiefe, Reifenalter und Schäden. „Die Experten im Fachhandel sind dafür die richtigen Ansprechpartner.“

Mythos 4: Reifen sind doch sowieso alle gleich

Schwarz und rund: Auf den ersten Blick wirkt es so, als gäbe es keine großen Unterschiede zwischen den Reifen verschiedener Fabrikate. Umso mehr empfiehlt es sich, bei der Auswahl der Reifen achtsam vorzugehen und auf unabhängige Tests von Prüfgesellschaften oder Automobilklubs zu achten. Diese zeigen erhebliche Unterschiede bei den unterschiedlichen Leistungsmerkmalen auf und küren häufig auch einen Preis-Leistungssieger, der in der Regel eine gute Wahl ist.

Tipps zur Einlagerung der Winterreifen

Abmontierte Winterreifen vor der Einlagerung sorgfältig säubern. Besonders sauber wird die Oberfläche mit Reifenschaum. Professionelle Lösungen können sogar nur aufgesprüht und müssen nicht mehr abgespült werden. Dadurch glänzen die Reifen wie neu.

Außerdem sollte jedes Rad gründlich auf Risse oder andere Schäden kontrolliert werden. Die Reifen zu Hause am besten trocken und senkrecht stehend lagern. Wechselt man die Reifen selbst, auch direkt Bremsen, Stoßdämpfer und Federn überprüfen. Wer sich aber unsicher ist, lässt den Reifenwechsel aber am besten von den Experten in der Werkstatt durchführen. djd/imp