Sonderthema

Begleitung auf dem letzten Lebensweg

Hospizdienste: Engagement in Zeiten von Corona zeigen

Rund 1500 ambulante Hospizdienste gibt es in Deutschland, etwa 250 stationäre Hospize für Erwachsene sowie 18 für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. In Krankenhäusern kommen noch einmal 330 Palliativstationen hinzu.

Laut der kassenärztlichen Bundesvereinigung arbeiten hier 361 Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung. Hinzu kommen über 120 000 Menschen, welche die Arbeit mit Schwerstkranken und Sterbenden unterstützen.

Ziel von Hospizen ist es, dass Menschen während ihrer letzten Lebensphase nicht auf die Geborgenheit und die Wärme einer vertrauensvollen Begleitung verzichten müssen. Wenn es ihr Wunsch ist, sollen sie soweit wie möglich in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld betreut und versorgt werden. Hierbei ist es der Anspruch, dass den Patienten auch immer die Fortschritte der Schmerztherapie und die Möglichkeiten der Linderung schwerer körperlicher Symptome zugutekommen.

Aktuell gilt zudem die Devise: So viel Schutz wie nötig bei so viel Begleitung wie möglich für Menschen am Lebensende. Dies, so fordert der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV), müsse auch bei dem aktuellen, sich wieder verschärfenden COVID-19-Infektionsgeschehen gelten, und zwar nicht nur im Krankenhaus oder in den Pflegeeinrichtungen, sondern auch für aufsuchende Angebote in der eigenen Häuslichkeit durch ambulante Hospizdienste.

„Die Beschränkungen, die im Moment erneut in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zur Anwendung kommen, dürfen nicht dazu führen, dass Menschen wieder isoliert und einsam sterben“, so Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV.

„Die Möglichkeit der regelmäßigen Schnelltestung für Pflegende, Bewohner und Angehörige in Pflegeeinrichtungen gibt hier – in Kombination mit entsprechenden Hygienekonzepten – ein großes Maß an Sicherheit.“

Schon während des ersten Lockdowns waren die ambulanten Hospizdienste in ihrer zentralen Tätigkeit, das heißt, in der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen und deren An- und Zugehöriger, stark eingeschränkt. Mit viel Engagement und Fantasie hersetzen sie in dieser Zeit die direkte Begleitung durch E-Mails, Online-Chats, Postkarten und Telefonate ersetzt. „Trotzdem ist die physische Präsenz eines einfühlenden Menschen dadurch natürlich nicht zu ersetzen“, so Hardinghaus. kt/dhpv