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Das muss nicht in die Tonne

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Obst und Gemüse: Auch unförmige Lebensmittel können problemlos verzehrt werden

Ineinander verschlungene Karotten, krumme Gurken und unförmige Kartoffeln landen in Deutschland alle nicht im Supermarkt, sondern in der Tonne. Auch im eigenen Haushalt wird viel weggeworfen – das muss aber nicht sein. Es gibt viele Wege, Lebensmittel zu retten und sie mit anderen zu teilen.

Aufgrund bestimmter Normen kaufen Händler und Co. den Bauern nur Obst und Gemüse ab, das ihren optischen Ansprüchen entspricht. Schönheitsmakel wie etwa Narben, die durch Risse während des Wachstums entstanden sind, Verfärbungen und Auswüchse sind dabei No-Go’s für Supermärkte. In Deutschland werden jährlich 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. Den größten Teil davon macht entsorgtes Obst und Gemüse aus. 15 bis 50 Prozent der gesamten Ernte in Deutschland schafft es nicht mal vom Feld. Die Lebensmittel bleiben nach der Ernte auf dem Acker liegen und landen unter dem Pflug. Verantwortlich dafür sind zum Teil EU-Normen, die bestimmen, wie groß eine Kartoffel, eine Zucchini oder eine Karotte sein darf. Die Form von Kartoffeln, Äpfeln, Zucchini oder Zwiebeln beeinträchtigt jedoch weder die Qualität noch den Geschmack. Zudem verbraucht die Herstellung dieser Lebensmittel viele wertvolle Ressourcen – von Boden über Wasser bis hin zur Arbeitskraft.

Glücklicherweise wirken Projekte, Organisationen, Obst- und Gemüse-Lädchen sowie kleine und große Unternehmen gegen diese Lebensmittelverschwendung. So profitieren auch die Bauern von dem restlichen Obst und Gemüse, das sonst keine Einnahmen gebracht hätte. Auch private Sharing-Plattformen im Internet sind im Trend. So kann jeder Lebensmittel, die er nicht mehr verwendet, an andere weitergeben und so noch gute Produkte vor der Tonne retten. soz