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Die Spargelstadt feiert

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„Lambada Kerwe“: Am zweiten Septemberwochenende wird es wieder bunt

Lampertheim.In der Spargelstadt wird es wieder bunt. Immer am zweiten Wochenende im September feiert Lampertheim seine Kerwe – in diesem Jahr von Samstag, 7., bis Montag, 9. September, entlang der Römerstraße und rund um die Domkirche.

Los geht es am Samstag, um 16 Uhr. Dann treffen sich die Kerweborscht mit Spargelkönigin Alina-Sophie I. am Heimatmuseum, um von dort ab 16.30 Uhr mit dem Traktor durchs Kerwedorf zum Alten Rathaus zu fahren. Dort werden sie um 17 Uhr von Bürgermeister Gottfried Störmer erwartet. Anschließend wird das Fest mit dem Fassbieranstich eröffnet.

Vielfältiges Angebot

Die Lampertheimer Vereine, Gastronomen und Schausteller sorgen im „Kerwedorf“ für beste Unterhaltung bei ansprechender Livemusik und laden die Gäste zum gemütlichen Beisammensein ein.

Rund 40 Teilnehmer, darunter Lampertheimer Vereine, Gaststätten und Privatpersonen wollen den Kerwe-Besuchern aus nah und fern einen schönen Tag bescheren: Neben den Fahrgeschäften, die auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Besucher anziehen werden, bieten auch Süßwaren- und diverse Verkaufsstände ihre vielfältigen Waren an.

Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt: Imbissbetriebe sowie Gaststätten und Lampertheimer Vereine, bieten den Kerwebesuchern ein breitgefächertes Angebot an. Auf der Karte stehen dabei allerlei kulinarische und Lampertheimer Spezialitäten und Leckerein.

Ab 13 Uhr laden zudem die ansässigen Einzelhändler zum verkaufsoffenen Shopping-Sonntag ein. Nach dem Genuss von Bratwurst und Co. kann die Innenstadt so gemütlich erkundet und den zahlreichen Geschäften und Boutiquen ein Besuch abgestattet werden.

Aus den Geschichtsbüchern

Es ist noch gar nicht so lange her, da war es nahezu in Vergessenheit geraten, wann die Lampertheimer ihre weltliche Kirchweihe, also die „Kerwe“ feierten. In den 70er Jahren nahmen sich Bürgermeister und Pfarrer dem Thema schließlich an und legten den Termin des Kirchweihfestes auf den jeweils zweiten Sonntag im September. Seit 1977 findet die „Lambada Kerwe“ daher an jedem zweiten Wochenende im September statt. Doch worauf geht das Kirchweihfest zurück? Belegt ist, dass die Andreaskirche nach ihrer Fertigstellung im Jahre 1771 nicht geweiht worden ist. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Kirche zwei verschiedenen Konfessionen dienen sollte. Erst am 30. November 1948 – zum Fest des Kirchenpatrons, des Apostels Andreas – wurde die Kirche nach einer Renovierung geweiht.

Ausgelassene Stimmung

Das Weistum der Kellerei Stein aus dem Jahre 1490 (eine alte Quelle, in der das Ortsrecht von Lampertheim festgehalten wurde), gibt Auskunft über den Termin, an dem die Kirchweihen stattfinden sollen: Und zwar immer am Sonntag nach Mariä Geburt, dem 8. September. In der gleichen Quelle ist auch das vermerkt, Wein sei „zur Kirchweih oder sonst im Jahr“ auszuschenken. Das zeigt, dass schon vor 500 Jahren in den Wirtshäusern Lampertheims (zur gleichen Zeit wie heute) gefeiert wurde.

Da Knechte und Mägde im Mittelalter nur einmal im Jahr ihr Geld ausgezahlt bekamen – und zwar zum Zeitpunkt der Kirchweihe – muss auch damals schon eine besonders ausgelassene Stimmung geherrscht haben. Der erste Kirchweihmarkt fand schließlich am 14. und 15. September 1716 statt. Dieses Jahr ist für Lampertheim besonders bedeutend, da es zu dieser Zeit das Markrecht erhielt. Aus diesem Grund kann man dem Kerweborscht auf die Frage: „Wem g‘heert die Kerwe“, mit „unser“ antworten, denn das ist immer richtig. imp/red