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Führungswechsel im Center Management

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Abschied: Center Manager Patrick Steidl verlässt das RNZ / Nachfolger Dani Marquardt stellt sich vor

Center Manager Patrick Steidl verlässt turnusgemäß nach sechseinhalb Jahren das Rhein-Neckar-Zentrum in Viernheim und leitet fortan die Rhein-Galerie Ludwigshafen. Nun verabschiedete er sich von seinen Mitarbeitern, Kollegen und Freunden und übergab feierlich den Führungsstab an seinen Nachfolger Dani Marquardt.

Herr Steidl, was hat Sie einst veranlasst, als Center Manager für das RNZ tätig zu werden?

Patrick Steidl: Das RNZ war meine erste Station bei der ECE, ich komme ursprünglich aus dem Textilhandel, wo ich zehn Jahre Geschäftsleiter war. Ich habe damals unter anderem eine Filiale in einem Center in Hamburg betreut, so entstand dann auch der erste Kontakt zur ECE. Ich hatte Lust auf etwas Neues und war dann sehr erfreut, dass ich die Möglichkeit erhalten hatte, in der Rhein-Galerie eingearbeitet zu werden. Ich betrete bei meinem Wechsel nun also keine ganz unbekannten Gefilde. Nach der Einarbeitung in Ludwigshafen bin ich dann zur Unterstützung ins RNZ gewechselt und konnte dort dann auch als Center Manager bleiben. Jetzt blicke ich auf die letzten sechseinhalb Jahre zurück, die durchweg etwas Besonderes für mich waren.

„Die Arbeit hat sehr viel Spaß gemacht“

Das RNZ war das erste Objekt, das ich als Center Manager geleitet habe, darum hängt dann natürlich gleich doppelt so viel Herzblut mit drin. Hier bin tiefer in die Aufgabe hereingewachsen. Ich muss auch betonen, wie toll ich von dem Team und der Mieterschaft aufgenommen wurde. Es gibt natürlich immer mal Tage, die nicht so rund laufen – aber die Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht. Besonders der tägliche Umgang mit den Kunden, den Mietpartnern, Dienstleistern und Mitarbeitern ist das, was diesen Job so spannend für mich macht. Die Arbeitstage sind nie 100 % planbar, aber genau das macht den Reiz aus. Aber ganz alleine kann man all das nicht schaffen. Ich bin meinem Team dankbar, dass sie bei allen Projekten immer mitgezogen haben. Wir haben gemeinsam ja auch immer viele Aktionen und Erlebnisse geboten.

Was waren dabei Ihre persönlichen Highlights?

Steidl: Ich habe vor einigen Jahren das Winterdorf implementiert. Heute ist es in der Weihnachtszeit eine feste Größe geworden, das sicherlich auch immer viele Menschen ins RNZ zieht. Der Stadtplatz bietet optimale Voraussetzungen, um die besondere Atmosphäre des Winterdorfs zu schaffen. Ein zweiter Aktionsbaustein auf den ich stolz bin, ist das Kino Open Air, das wir gemeinsam mit unserem Partner dem Kinopolis jährlich veranstalten. Dieses Jahr findet es coronabedingt leider nicht statt, aber mit dem Sand und den Palmen ist es ein ganz spezielles Projekt, das mir ans Herz gewachsen ist. Ich blicke aber nicht nur auf die Projekte gerne zurück, die ich in die Wege geleitet habe, sondern auch auf die, die wir aufgrund der Tradition weiter fortgesetzt haben. So zum Beispiel die Zusammenarbeit mit der Stadt Viernheim, die ich an dieser Stelle auch positiv hervorheben muss. Wir haben stets Hand-in-Hand gearbeitet, ob beim Freiwilligentag, der Jobbörse oder bei kleineren Aktionen wie „Bleib deinem Becher treu“ oder saisonalen Aktionen wie der Zeckenausstellung mit dem Gesundheitsamt des Kreis Bergstraße. Die Zusammenarbeit habe ich immer sehr geschätzt. Das ganze Team und ich haben uns nie als Satelliten gesehen, der alleine seine Kreise zieht. Wir sind ein Teil der Stadt Viernheim und des Kreis Bergstraße. Daher war das enge Miteinander zu allen Beteiligten immer sehr wichtig.

Wenn Sie Ihre Zeit im RNZ Revue passieren lassen, welches waren Ihre größten Erfolge? Wo konnten Sie am meisten bewegen?

Steidl: Wir haben in den sechseinhalb Jahren so viel erlebt, dass das schwer festzuschreiben ist. Ich bin aber beispielsweise sehr froh, dass ich die Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen im Center miterleben und mitgestalten durfte. So konnten wir die Vorteile des Centers weiter hervorheben und das Serviceangebot weiter ausbauen. Das war sicherlich eines des größten, schönsten und wichtigsten Projekte während meiner Zeit im RNZ. Was mit Blick in die Zukunft extrem wichtig ist, ist auch das Thema Digitalisierung. Mit unserer Digital Mall haben wir ein kleines Pflänzchen gepflanzt, das noch groß und stark werden muss. Der stationäre Einzelhandel hat mit dem Online-Handel einen großen Konkurrenten, den wir nicht missachten dürfen. Corona hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, dieses Projekt voranzutreiben, so hätten wir in den vergangenen Monaten sicherlich auch etwas mehr Umsatz erwirtschaften können. Denn künftig sollen die Kunden, die vor Ort im Center verfügbaren Produkte über die Digital Mall einkaufen können und sie dann zugeschickt bekommen. Es wird einer der wesentlichen Punkte der Zukunft sein, zwei Standbeine zu haben. Zum einen der stationäre Handel, der meiner Meinung nach auch weiterhin einen zentralen Stellenwert haben wird. Denn die Menschen wollen auch mal rausgehen und shoppen, es ist ein Freizeitvergnügen das gerade in Kombination mit einem Kino- oder Restaurantbesuch gefragt ist. Das RNZ steht ja auch ein Stück weit für Unterhaltung. Das zweite Standbein sollte der digitale Handel sein, den das RNZ mit der Digital Mall ausbauen kann.

„Ein großes Dankeschön an das ganze Team“

Was möchten Sie all jenen, die Ihren Weg im RNZ begleitet haben, noch mit auf den Weg geben?

Steidl: Ich möchte ein großes Dankeschön an das ganze Team, die Mietpartner, Dienstleister und an die Stadt richten. Einfach an alle, die mich in den letzten sechseinhalb Jahren begleitet haben, denn einer allein kann all das nicht schaffen. Ohne die gute Zusammenarbeit in allen Bereichen, würde das RNZ nicht da stehen, wo es steht. Ich bin sehr dankbar für die tolle Zeit hier. Das RNZ wird immer einen festen Platz in meinem Herzen haben, ich gehe mit schwerem Herzen. Natürlich freue ich mich aber auch auf meine neuen Aufgaben in der Rhein-Galerie.

Patrick Steidl gibt seine Position als Center Manager des RNZ an den 42-Jährigen Dani Marquardt ab, der sich im Interview kurz vorstellt und seine ersten Eindrücke des Viernheimer Shoppingcenters schildert.

Willkommen im Rhein-Neckar-Zentrum! Sie sind jetzt der neue Center-Manager des RNZ. Der Einstieg ist – in dieser durch die Corona-Pandemie geprägten Zeit – sicherlich nicht gerade einfach. Haben Sie bereits Erfahrungen im Center-Management sammeln können, die Ihnen bei der neuen Aufgabe helfen können?

Dani Marquardt: Ja, durchaus. Ich kann auf 22 Jahre Einzelhandelserfahrung zurückblicken. Ich habe von der Pike auf bei der Galeria Kaufhof gelernt – vom Auszubildenden bis hin zum Geschäftsführer. Nebenbei habe ich ein Duales Studium im General Management absolviert und konnte so mein Wissen weiter ausbauen. Letztes Jahr habe ich mich dann dazu entschieden, einen neuen Weg zu gehen und konnte zum 1. Oktober bei der ECE starten. Ich bin also noch ganz frisch bei der ECE Gruppe. Ich hatte ja aber auch schon in meinem vorherigen Job viel mit Einkaufszentren zu tun – nur eben von der anderen Seite als Mieter. Das sehe ich als klaren Vorteil. Beide Seiten zu kennen ist immer gut.

In welcher ECE-Shoppingmall waren Sie in den letzten Monaten tätig?

Marquardt: Meine Einarbeitungsphase fand im Elbe Einkaufszentrum in Hamburg statt. Die Abläufe kennenzulernen und die ganze Gruppe zu verstehen ist schon ein Pfund. Bis zu meinem Start im Rhein-Neckar-Zentrum war ich im Main-Taunus-Zentrum und konnte mich weiteren Schwerpunktthemen widmen.

Und nun der Wechsel ins Rhein-Neckar-Zentrum.

Marquardt: Das ist eine große Ehre für mich für die ich auch sehr dankbar bin. Denn der Wechsel bedeutet für mich beruflich viele neue Möglichkeiten. Ich freue mich wirklich sehr auf die neue Aufgabe. Es ist aber auch im Privatleben ein Stück weit eine Erleichterung. Ich wohne mit meiner Frau und meiner acht Wochen alten Tochter in Hofheim am Taunus, daher war es wie ein Sechser im Lotto für mich, in einem so schönen Center in Heimatnähe eingesetzt zu werden. Da freut man sich doch gleich doppelt auf den neuen Job. Ich muss auch sagen, dass mein Kollege, Patrick Steidl, in seinen sechseinhalb Jahren im RNZ sehr viel bewegt hat. Das Center steht toll da. Das möchte ich aufnehmen und weiterentwickeln.

Das heißt, dass Sie bereits konkrete Ideen und Ziele für die nächsten Monate und Jahre haben?

Marquardt: Durch meine Handelserfahrung bin ich sehr markenversiert und möchte zunächst verstärkt das Thema Branchenmix aufgreifen. Beispielsweise könnte man für den Foodbereich den einen oder anderen neuen Partner dazugewinnen. Derzeit schwebt ja aber noch das große Thema Corona über uns, wir müssen erst mal schauen, wie der Stand der Dinge ist, wenn sich wieder alles normalisiert hat. Es muss wieder in die Köpfe der Kunden zurückkehren, dass Einkaufen Spaß macht und man keine Angst haben muss, wenn man das Haus verlässt. Denn so ein Einkaufszentrum bietet schöne Erlebnisse für Groß und Klein. Das Thema „Atmosphäre für Familien“ möchte ich unbedingt weiter vorantreiben.

Sie hatten in den vergangenen Tagen ja bereits Zeit, sich Viernheim und das Center genauer anzuschauen. Was sind Ihre ersten Eindrücke?

Marquardt: Das Center macht einen tollen ersten Eindruck. 3500 kostenfreie Parkplätze sprechen auf jeden Fall schon mal für sich. Und bei den groß angelegten Umbau- und Verschönerungsmaßnahmen im vergangenen Jahr wurden ja auch die Fußböden, die Wände und unter anderem auch die Kundeninformation neu gestaltet. Das sieht schon alles sehr ansprechend aus, das gefällt mir gut. Das Besondere am RNZ ist ja aber auch, dass noch viel mehr zum Center gehört als die reine Shoppingmall. Der Stadtplatz mit dem Bauernmarkt ist ein großer und beliebter Anziehungspunkt, ebenso wie das Kinopolis, das nun endlich wieder öffnen kann. Außerdem steht derzeit das Bauhausobjekt leer. Hier wird es auch spannend, wer das Gebäude übernehmen wird. Wahrscheinlich wird sich coronabedingt auch noch einiges ändern, aber ich drücke ganz fest die Daumen, dass alle Partner und Mieter diese Zeit gut überstehen.

„Ich freue mich auf die Herausforderung“

Covid-19 stellt Sie gleich zu Beginn vor große Aufgaben. Hat es Sie zunächst etwas beunruhigt, dass gerade zu dieser Zeit der Wechsel ansteht oder überwiegt schlichtweg die Freude auf eine neue Aufgabe?

Marquardt: Ich bin da recht gelassen. Wir können sowieso nicht viel daran ändern, wir müssen es so nehmen, wie es ist. Schlimmer wäre es, wenn die Geschäfte alle zu wären und ich keine Mietpartner kennenlernen könnte. Aber auch mit Mundschutz und Abstand kann man ja Kontakt zueinander aufnehmen. Mich interessiert natürlich wie die Mieter ticken, wie sie sich darstellen und was der Einzelne am Standort Viernheim für sich aus der Krise mitgenommen hat. Nur so können wir gemeinsam Wege entwickeln, um erfolgreich zu sein. Das ist natürlich sehr herausfordernd, aber ich sehe das als Ansporn. Ich freue mich auf die Herausforderung.