Sonderthema

Für alle Fälle

Vorsorgemappe: Alles in einer Hand

Was passiert, wenn man schwer erkrankt? Was, wenn man einen Unfall erleidet und infolgedessen nicht mehr in der Lage ist, eigenverantwortlich seine Angelegenheiten zu regeln – oder gar Entscheidungen zu treffen? Häufig wird davon ausgegangen, dass in diesem Fall automatisch der Partner dazu berechtigt ist. Leider sieht die Rechtslage in diesem Fall jedoch anders aus. Hat der Betroffene beizeiten keine Vorsorgevollmacht erteilt, so müssen Amtsgerichte über einen etwaigen Betreuer entscheiden. Es ist daher sinnvoll, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen.

Für aktuell 1,25 Millionen volljährige Personen in Deutschland mussten die Amtsgerichte einen Betreuer bestellen, da keine Vorsorgevollmacht vorlag. Nur bei knapp der Hälfte dieser Personen stammt der Betreuer aus der eigenen Familie. In etwa 600 000 Fällen übernimmt die Aufgabe hingegen ein Berufsbetreuer. Soll eine derartige Situation vermieden werden, müssen vorzeitig Vorkehrungen getroffen werden.

Die Vorsorgemappe Ihrer Tageszeitung soll bei der Regelung der eigenen Angelegenheiten und bei der Darstellung der eigenen Situation ein zuverlässiger Begleiter sein. Vertrauenspersonen können durch sie – in kurzer Zeit – einen Überblick über persönliche und finanzielle Gegebenheiten erhalten. Die Vorsorgemappe beinhaltet unter anderem Informationen zu Konten- sowie Vorsorgevollmachten wie Patientenverfügungen. Wird der Ringordner stets gepflegt, gibt er Auskünfte über wichtige Rufnummern, Vermögenswerte, den Ort der Schlüsselverwahrung oder Informationen bezüglich Versicherungen. Ebenfalls ein Teil der Vorsorgemappe sind Dokumentenvordrucke wie etwa eine Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht oder eines Testaments. Ziel des Ordners soll es sein, dass der persönliche Wille auch in schwierigsten Situationen gilt. kt/imp