Sonderthema

Ikea gibt Möbeln eine zweite Chance

Archivartikel

Nachhaltigkeit: Konzept ist ein voller Erfolg

Kreislaufwirtschaft oder „Circular Ikea“ ist auch bei Ikea Deutschland inzwischen ein wichtiges Thema. Seit September 2018 hat das Unternehmen einen neuen Service getestet, der darauf abzielt: Unter dem Motto „Zweite Chance“ begann Ikea zunächst in fünf Pilothäusern damit, nach bestimmten Kriterien gebrauchte Möbel zurück zu kaufen. Aufgrund der Reaktionen und regen Teilnahme wurde dieser Service nun auf alle 53 Einrichtungshäuser in Deutschland ausgeweitet. Seit Oktober vergangenen Jahres gibt es die „Zweite Chance“ damit in der ganzen Bundesrepublik.

Millionen Produkte, die im regulären Sortiment nicht mehr verkäuflich sind, finden in der Fundgrube einen neuen Besitzer. Dabei handelt es sich um umgetauschte Ware, die nicht mehr im Originalzustand ist, und um Ausstellungsstücke. Dort werden die Artikel mit einem Preisnachlass von rund 40 Prozent zum Originalpreis verkauft. Nicht nur das Unternehmen ist glücklich, dass die Kunden die neue Möglichkeiten nutzen, auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) begrüßt die Ausweitung des Services: „Kunden, die sich für gebrauchte Möbel entscheiden, setzen ein klares Zeichen für den Umwelt- und Naturschutz“, sagt Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des Nabu.

Als eines der drei Nachhaltigkeitsziele des schwedischen Unternehmens erleichtert das Konzept der Kreislaufwirtschaft den Kunden den Weiterverkauf von Möbeln der Produktgruppen Kallax, Malm oder Hemnes. Über das Online-Portal www.ikea.de/zweitechance erhält der Kunde einen unverbindlichen Preisvorschlag – einfach, schnell und ohne weitere Verhandlungen. Damit geht er – zusammen mit dem aufgebauten Produkt – ins teilnehmende Einrichtungshaus. Stimmen alle Angaben mit dem tatsächlichen Zustand des Produkts überein, erhält der Kunde eine Guthabenkarte in Höhe des Vorschlags.

Der Preis, zu dem das Einrichtungshaus das Möbelstück zurückkauft, ist abhängig von dessen Zustand. Der Preisvorschlag liegt bei 30 Prozent des Neupreises für ein Produkt in mindestens gutem Zustand und bei 50 Prozent für ein Produkt, das wie neu ist. In der Fundgrube wird es zu maximal demselben Preis zuzüglich der Mehrwertsteuer angeboten. Ikea verdient an dieser Stelle also kein Geld.

Auch möchte das Unternehmen mit seinem Service nicht in Konkurrenz mit anderen privaten Verkaufsplattformen treten. Der Wiederverkauf solle dem Kunden lediglich mit einem geringen Aufwand ermöglicht werden. Ein Privatverkauf auf anderen Wegen sei genauso wünschenswert – am Ende gehe es darum, die Lebenszeit des Produkts zu verlängern. red/pr