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Kräfte messen mit Spitzenleuten

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Der Wettkampf: Am Samstag, 18. Juli, Start „in Ladenburg“ / Tipps der Topstarter

Eines vorweg: Mitmachen kann jeder Radsportler, der über einen Smarttrainer oder einen Adapter für die Rolle verfügt. Denn auch wenn der BASF-Triathlon-Cup Rhein-Neckar (TCRN) dieses Jahr aufgrund der Pandemiekrise absagt ist, so gilt beim virtuellen Radrennen als Ersatz dieser bewährte Grundsatz ebenso: Breitensport trifft Leistungssport. Wer seine Kräfte also mit bisherigen TCRN-Siegern wie Florian Angert messen möchte, kann sich für das zweite E-Race am Samstag, 18. Juli, „in Ladenburg“ bis eine Stunde vor dem Start um 10 Uhr anmelden.

An diesem Vormittag steht die anspruchsvolle „RömerMan“-Radstrecke auf dem Programm: von Ladenburg aus durch den vorderen Odenwald hoch zum Weißen Stein und weiter auf die Ursenbacher Höhe mit einer Steigung von bis zu 20 Prozent bei Dossenheim. Da dürfte noch mehr Schweiß fließen als beim Auftakt in Mußbach (siehe weiteren Artikel). Es folgen nach Ladenburg weitere Gelegenheiten, um sich zu steigern: Am 26. Juli ist der Königstuhl in Heidelberg zweimal zu bezwingen. Am 23. August bildet der Weg vom Hemsbacher Wiesensee über die Juhöhe in den Odenwald und durch den Saukopftunnel zurück nach Viernheim den Abschluss. Alle Rennen lassen sich über Livestreams im Videokanal YouTube und die TCRN-Facebookseite mitverfolgen.

Topathleten mit am Start

„Wir sind sehr froh, dass der Cup in diesem Jahr nicht gänzlich ausfallen muss, sondern als innovatives Format mit vier virtuellen Radrennen stattfinden kann“, freut sich TCRN-Geschäftsführer Jürgen Hilberath über die Ersatzlösung. Der Clou: Mit Anne Haug haben die Macher des Ladenburger RömerMan-Triathlons um Hilberath als örtlichem Wettkampfleiter die IronMan-Siegerin 2019 und damit die amtierende Weltmeisterin aus Bayreuth für ihre Idee gewonnen. Sie tritt beim TCRN-Rennen erstmals am 26. Juli (HeidelbergMan) auf dem Ergometer zuhause in Bayern neben weiteren Assen des Dreikampfs aus Schwimmen, Radfahren und Laufen diesmal nur in die Pedale.

„Das ist in diesem Jahr eine ganz andere und neue Herausforderung“, sagt Florian Angert. Der viermalige RömerMan- und dreifache TCRN-Sieger ist gespannt, wie sich das Rennen am 18. Juli auf der Originalstrecke anfühlt.

Es findet auf der Plattform des Trainingssoftwareanbieters rouvy.com statt, wo sich die Teilnehmer nur rechtzeitig registrieren lassen müssen. „Ich freue mich darauf und bin sehr gespannt, wie sich diese bekannt anspruchsvolle Strecke nicht auf der echten Straße, sondern auf dem Computer anfühlt“, sagt Angerer auf YouTube zum bevorstehenden virtuellen Rennen um den RömerMan-Ersatztitel 2020.

Wie man sich für das E-Race zuhause am besten vorbereitet, verrät Maximilian Sasserath, der diesjährige Sieger des Auftaktrennens in Mußbach, im Internet und ebenfalls auf Englisch, da sich auch internationale Starter angesprochen fühlen sollen: Es sei zur Körperkühlung im Innenraum ratsam, nasse Handtücher vor ein oder zwei Ventilatoren aufzuhängen und ein Kühlelement für den Nacken bereitzuhalten. „Seid am Anfang nicht zu ehrgeizig und schont Eure Kräfte für den Anstieg“, mahnt der HeidelbergMan-Gewinner von 2019, der dieses Jahr auf dem Rad den Ersatz-RömerMan gewinnen möchte.

Auch Justus Nieschlag, der Zweitplatzierte von Mußbach, will auf der Ladenburger Radstrecke, die Hilberath für das virtuelle Rennen gefilmt hat (siehe Interview), angreifen. „Wir bieten Teilnehmern auf der Plattform Rouvy die Möglichkeit, an den ursprünglich geplanten Wettkampftagen auf dem Smartbike ihre Fitness im Vergleich zur Konkurrenz und zu den prominenten Startern zu testen“, erklärt Hilberath.

Er kommentiert die Rennen über die digital eingespielten Originalstrecken zusammen mit Wolfgang Grünwald (RNF) vom Studio in der Schwetzinger Wollfabrik aus.

„Da werden immer wieder die Topleute zugeschaltet und so der Strecken- und Rennverlauf erklärt“, kündigt Hilberath an. Schließlich kenne nicht jeder Teilnehmer die „Tücken und Highlights“ der verschiedenen Wettkampfrouten. Telefonisch sind die Kommentatoren am Samstag, 18. Juli, mit dem Ladenburger Gesamtorganisator Günter Bläß und Römerstadtbürgermeister Stefan Schmutz aus dem Römerstadion verbunden.

„Wir planen, einen Lokalmatador live im Römerstadion auf dem Smart-Bike teilnehmen zu lassen und sein Rennen auf großer Leinwand zu zeigen“, erklärt Hilberath. Er muss aber noch vage bleiben, da die Trainingsrolle des für diesen Einsatz vorgesehenen Ladenburger Triathleten Mathias Pfähler zum Zeitpunkt dieses Gesprächs defekt ist. Auf jeden Fall wird jedoch das rund 30-köpfige „Orga-Team“ des 1995 gegründeten Triathlon-Festivals in Ladenburg erwartet.

„Das Ganze soll auch ein Dankeschön für die Helfer und zugleich ein Startschuss für 2021 sein“, sagt Hilberath. Er zeigt sich somit voller Hoffnung, dass virtuelle Radrennen anstelle des realen Wettkampfs eine Ausnahme bleiben. Dauerhaft sollen jedoch die Strecken auch nach den vier TCRN-Wettkämpfen auf der Rouvy-Plattform abrufbar sein, um sich auf die Wettkämpfe im kommenden Jahr vorzubereiten.

Und so läuft es ab: Teilnehmer melden sich bei www.rouvy.com bis eine Stunde vor dem Start um 10 Uhr für die TCRN-Rennen an. Der Live-Stream zum Wettkampf auf der TCRN-Facebook-Seite beginnt um 9.30 Uhr. „Wir haben keinerlei Überblick, wer mit uns in seinen privaten Räumen unter welchen Bedingungen an den Start gehen wird. Trotzdem möchten wir einen Anreiz geben, bei den Rennen mitzumachen“, erläutert Hilberath. So winken mit etwas Glück Gewinne: Um mögliche Ungerechtigkeiten zu vermeiden, nehmen alle Sportlerinnen und Sportler, die bei mindestens drei TCRN-Rennen finishen, an einer Verlosungsaktion teil. Zu gewinnen sind unter anderem acht Online-Einkaufsgutscheine im Wert von jeweils 250 Euro. pj