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Mit dem Meistertitel öffnen sich viele Türen

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Weiterbildung: Prämie erleichtert die Entscheidung

Die Gesellenprüfung oder eine andere Abschlussprüfung in der Tasche – was nun? Diese Frage stellen sich viele junge Handwerker.

Die Stufen auf der Karriereleiter heißen Meisterprüfung, Studium oder Selbstständigkeit – wer engagiert ist und durchstartet, dem stehen alle Türen offen. Gefragt sind Leute mit Köpfchen. Und in kaum einem anderen Berufszweig gibt es so viele und vor allen Dingen so flexible Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten wie im Handwerk.

Die Weiterbildung zum Meister hat dabei an Attraktivität nichts verloren. Dieser Titel ist ein weltweit anerkannter Qualifikationsnachweis, der dem Abschluss des Bachelors im europäischen Referenzrahmen gleichgestellt ist.

Die Investition in diese Qualifizierung lohnt sich im doppelten Sinne: Zum einen zahlt sich der Meister auf lange Sicht finanziell aus, wenn die Absolventen Führungsverantwortung übernehmen und sich neue Aufgaben zutrauen. Zum anderen ist eine solch anspruchsvolle Weiterbildung zugleich ein Motivationsschub, um die eigene Karriere voranzutreiben. Dies kann das Bestreben sein selbst auszubilden, einen eigenen Betrieb zu gründen oder zu übernehmen oder sich zu spezialisieren.

„Nachweislich halten von Meistern geführte Betriebe dem Wettbewerb und dem Konkurrenzdruck besser stand“, heißt es vonseiten der Handwerkskammer. Sie seien wirtschaftlich gesünder und langlebiger, auch in Krisenzeiten.

„Genug Gründe, um Meister zu werden“, ist sich Detlev Michalke, Pressesprecher der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald sicher. „Durch den erfolgreichen Besuch der Meisterschule erhalten die Handwerker alle notwendigen fachlichen, betriebswirtschaftlichen und pädagogischen Qualifikationen, um selbstständig ein Unternehmen führen zu können und Lehrlinge auszubilden.“

Meister-BAföG und Meisterprämie

Einen gravierenden Unterschied gibt es zwischen Meisterqualifizierung und Studium. Die Vorbereitung auf die Prüfung und die Meisterprüfung im Handwerk kosten Geld.

Wer beispielsweise den Meister im Kfz-Handwerk machen möchte, muss mit einigen tausend Euro für die notwendigen Vorbereitungskurse, beispielsweise in der Bildungsakademie der Handwerkskammer, rechnen. Hinzu kommen die Prüfungsgebühren für die Teile I bis IV der Meisterprüfung. Wird dazu noch der mögliche Verdienstausfall hinzugerechnet, ist der Erwerb des Meistertitels sehr kostenintensiv.

Die verbesserten Bedingungen der finanziellen Förderung durch das Meister-BAföG steigern die Attraktivität der Meisterausbildung noch weiter, weil Teile der Kosten erstattet werden. red