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Rechtliche Lage ist nicht immer klar

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Altersvorsorge: Experten empfehlen Vorsorgevollmacht

Realität für aktuell 1,25 Millionen volljährige Personen in Deutschland: Da sie wegen einer psychischen Krankheit oder Behinderung ihre Angelegenheiten nicht selbst besorgen können, mussten die Amtsgerichte einen Betreuer oder eine Betreuerin bestellen. Der Grund ist, dass die Betroffenen ihre Vertretung nicht selbst durch eine Vorsorgevollmacht geregelt hatten. Nur bei knapp der Hälfte dieser Personen stammt der Betreuer aus der eigenen Familie.

In etwa 600 000 Fällen übernimmt die Aufgabe hingegen ein Berufsbetreuer. Unter diesen Umständen entscheidet ein für die Familie Fremder über alle wesentlichen Dinge des Lebens. Wer eine solche Situation verhindern will, muss beizeiten Vorkehrungen treffen.

Mit einer Vorsorgevollmacht kann jeder eine oder mehrere Personen seines Vertrauens bestimmen, die befugt sind, bei Bedarf die Angelegenheiten zu regeln. Die Vollmacht ermöglicht den Vertretern ein schnelles und unkompliziertes Handeln – angefangen bei dringenden Behördengängen bis zur Organisation einer häuslichen Pflege.

„Niemand beschäftigt sich gern mit dem Gedanken, dass ein Unfall oder eine schwere Erkrankung dazu führt, dass man nicht mehr über sein Leben selbst entscheiden kann. Dennoch ist es wichtig, für den Fall der Fälle gewappnet zu sein. Auch im Interesse der eigenen Familie“, erklärt Klaus Morgenstern von Deutschen Institut für Altersvorsorge.

Ehegatten nicht automatisch entscheidungsberechtigt

Der Altersvorsorge-Experte weist zudem auf ein weit verbreitetes Missverständnis hin: Viele Menschen glauben, dass der Ehegatte für den Partner ganz automatisch handeln und entscheiden kann, wenn dieser nicht mehr zu einem selbstbestimmten Leben in der Lage ist. Das stimmt jedoch nicht. Ab dem 18. Lebensjahr ist niemand mehr per Gesetz berechtigt, für den anderen zu handeln – es sei denn, es wurde frühzeitig eine entsprechende Vorsorgevollmacht erstellt. djd