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Radsport Bei der am Samstag in Brüssel beginnenden 106. Auflage der Tour de France gilt Titelverteidiger Geraint Thomas als Favorit

3480 Kilometer in 21 Tagen

Brüssel.Am Samstag (14.30 Uhr/ARD und Eurosport) beginnt in Brüssel das größte und prestigeträchtigste Radrennen der Welt. Bei der Tour de France haben die Profis um den walisischen Titelverteidiger Geraint Thomas 3480,3 Kilometer an 21 Wettkampftagen zu bewältigen. Nachfolgend gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen vor dem Start in der Europa-Hauptstadt.

Was steht ab Samstag auf dem Programm?

Die 106. Ausgabe der Tour findet vom 6. bis zum 28. Juli statt. Zwischen den 21 Teilstücken gibt es nur zwei Ruhetage, für das Peloton geht es von Brüssel über die Vogesen, die Pyrenäen und die Alpen bis zum großen Finale auf den Champs-Élysées in Paris. Mit dabei sind 22 Teams, die jeweils acht Fahrer stellen. Der höchste zu bezwingende Berg ist auf der 19. Etappe der Col de L’Isaeran (2770 Meter).

Wer zählt alles zum Kreis der Favoriten?

Titelverteidiger Thomas (Team Ineos) aus Wales gehört genauso zu den heißen Anwärtern auf den Sieg wie sein Mannschaftskollege Egan Bernal. Der Kolumbianer hat jüngst die Tour de Suisse gewonnen und sein Potenzial schon im Vorjahr als Edelhelfer von Thomas unter Beweis gestellt. Zum engsten Kreis der Favoriten gehören auch der Däne Jakob Fuglsang sowie Kolumbiens Bergfahrer Nairo Quintana. Dem deutschen Profi Emanuel Buchmann werden gute Chancen auf einen Top-Ten-Platz im Gesamtklassement eingeräumt.

Welche Fahrer verpassen die Tour?

Einige große Namen, sowohl international als auch bei den Deutschen. Der viermalige Sieger Chris Froome (Ineos) fällt nach einem Horrorsturz vor drei Wochen aus, auch der Vorjahreszweite Tom Dumoulin vom Team Sunweb ist nicht dabei. Top-Sprinter Mark Cavendish (30 Tour-Etappensiege) wurde ebenso wenig nominiert wie der deutsche Routinier John Degenkolb und Sprinter Pascal Ackermann. Durch den Ausfall von Froome scheint der Ausgang des Rennens so offen wie lange nicht mehr.

Warum beginnt die Tour diesmal in Brüssel?

Zu Ehren des Belgiers Eddy Merckx, der die Tour vor genau 50 Jahren erstmals gewann und als einer von nur vier Profis fünfmal die Gesamtwertung für sich entschied. Das Gelbe Trikot des Führenden feiert zudem seinen 100. Geburtstag. „Das Gelbe Trikot ist eines der größten Symbole in der Geschichte des Sports“, sagte Tour-Direktor Christian Prudhomme. Deshalb wird der Dress des Spitzenreiters jeden Tag ein unterschiedliches Design aufweisen – teils mit berühmten Fahrern, Monumenten oder historischen Bergpässen.

Wie stehen die Chancen der Deutschen?

Vor allem der gut aufgelegte Emanuel Buchmann hat exzellente Chancen, sein bestes Tour-Resultat einzufahren. Neben dem 26-Jährigen stehen auch die angriffslustigen Klassikerspezialisten Maximilian Schachmann und Nils Politt für die neue deutsche Generation. Mit Sprint-Erfolgen dürfte es in Abwesenheit von Marcel Kittel und Ackermann schwer werden. Der ehemalige Garant André Greipel ist bereits 36 und hat nicht mehr die Endgeschwindigkeit früherer Jahre.

Wo können Fans die Tour-Etappen sehen?

In der ARD und auf Eurosport. Das Erste schaltet unter der Woche in der Regel um 16.05 Uhr in die Übertragung und zeigt so meist das Finale der Teilstücke. Zuvor überträgt der Spartensender ONE. Die kompletten Etappen sind auch auf „sportschau.de“ zu sehen. Gewohnt umfassend und mit zahlreichen Live-Stunden überträgt Eurosport.

Gibt es Neuerungen bei dieser Tour?

Um den Kampf um das Gelbe Trikot spannender zu machen, hat die Tour de France bei acht markanten Bergwertungen wie etwa dem Col du Galibier oder dem Iseran-Pass Bonussekunden eingeführt. Acht, fünf und zwei Sekunden werden an die besten drei Kletterer verteilt, was für die Anwärter auf den Gesamtsieg interessant sein dürfte. Dazu gibt es noch wie bisher zehn, sechs und vier Sekunden für die besten drei Radprofis jeder Etappe. An einige Team-Namen müssen sich die Fans noch gewöhnen. So hat das Chemie-Unternehmen Ineos erst Anfang Mai den jahrelangen Namensgeber Sky beim britischen Top-Rennstall abgelöst. Aus dem BMC-Rennstall, dem Team um Olympiasieger Greg van Avermaet, ist CCC geworden.