Sport

Doping Österreicher Hannes Reichelt verhört

Abfahrer wittert nach Ermittlungen eine Intrige

Archivartikel

Innsbruck.Die Ermittlungen nach dem Blutdoping-Skandal um den deutschen Arzt Mark S. haben den alpinen Skisport erreicht. Der österreichische Abfahrer und Ex-Weltmeister Hannes Reichelt (Bild) wurde im Zuge der „Operation Aderlass“ in der vergangenen Woche von Ermittlern ausführlich vernommen, wie Österreichs Skiverband am Montag mitteilte. Der 38 Jahre alte Sportler bestreitet Doping und vermutet eine Intrige. Der ÖSV betont die Unschuldsvermutung.

„Ich weiß nicht, wo das alles herkommt. Ich weiß nur, dass ich nichts getan habe“, sagte der Super-G-Weltmeister von 2015 der „Kronen Zeitung“, die zuerst berichtet hatte. „Nie, nie nahm ich irgendwelche verbotenen Substanzen ein. Ganz im Gegenteil: Ich habe sogar immer jedes Hustenzuckerl überprüft, damit ja nichts passiert!“

Reichelt gilt als einer der anerkanntesten Rennfahrer im Alpin-Zirkus. Er war lange Athletensprecher und sagte bei Missständen, etwa zu den Themen Sicherheit und Doping, deutlich seine Meinung. Neben WM-Gold vor vier Jahren gewann er 13 Weltcuprennen.

Laut „Krone“ ging es bei den Befragungen des Bundeskriminalamts auch nicht um Blutdoping, sondern um die Einnahme verbotener Medikamente. Es habe sich ein Anfangsverdacht ergeben, sagte die Staatsanwaltschaft Innsbruck der Nachrichtenagentur APA.

Zwei weitere Festnahmen

Reichelt erzählte, die BKA-Ermittler hätten am Freitag frühmorgens bei ihm geklingelt. „Mich hat fast der Schlag getroffen, als sie mir ihren Ausweis entgegenstreckten.“ Er und sein Anwalt sprechen von einer Intrige. Am selben Tag wurden zwei weitere Personen festgenommen, Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um einen ehemaligen Langlauftrainer und einen Servicemann. Mit dem Coach ging Reichelt zur Schule und erhielt danach von ihm Trainingspläne. „Aber er hat mir nie angeboten, irgendetwas Illegales zu machen“, sagte der 38-Jährige.

In der „Operation Aderlass“ geht es um den Blutdoping-Skandal um den Erfurter Mediziner Mark S., der bei der nordischen Ski-WM im Februar publik geworden war. 21 Sportler sind bislang betroffen. Zuletzt sprach die Staatsanwaltschaft von fünf involvierten Sportarten. dpa (Bild: dpa)