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Formel 1 Vettel und Leclerc zum Rapport in Maranello bestellt

Alarmstufe Ferrari-Rot

Archivartikel

São Paulo.Wo Sebastian Vettel und Charles Leclerc Platz nehmen sollten, standen nicht mal zwei der roten Hocker im Motorhome von Ferrari. In Abwesenheit der beiden zerstrittenenStallrivalen redete bei der angesetzten Medienrunde nur einer, und der versuchte nach dem größtmöglichen Unfall-Desaster eines jeden Formel-1-Teams zu retten, was nach außen noch zu retten ist. „Es geht nicht darum, jemanden zu bestrafen oder jemanden zuerst dafür verantwortlich zu machen“, meinte Teamchef Mattia Binotto.

Binotto blieb nach außen ruhig, redete wie sonst auch. Sachlich, mehr Ingenieur als Teamchef, der heutzutage noch mehr Teammanager sein muss. Eigentlich. „Es geht nicht darum etwas zu managen, es geht darum, zu erkennen, was die Fehler waren“, befand Binotto allerdings. Er will zunächst Videos und Daten auswerten. Ein auch öffentliches Machtwort schien nach einem lange schon schwelenden und nun eskalierten Zoff zwischen den beiden Piloten aber nicht unangebracht.

Wutausbrüche und Erklärungen

Dass es zwischen dem viermaligen Weltmeister aus Heppenheim und dem zehn Jahre jüngeren Neuzugang, der in diesem Jahr mehr Pole Positionen und mehr Siege als Vettel schaffte, irgendwann krachen würde, war absehbar. Diesmal eskalierte die Situation aber. Vettel wütete beim Großen Preis von Brasilien auf englisch und deutsch, ein Schimpfwort wurde von dem Formel-1-Etikettenhütern überpiept. Nicht minder zornig reagierte Leclerc, als sein rechtes Vorderrad nach einer Berührung der beiden Autos fast abgerissen worden war. Vettel konnte wegen eines Reifenschadens hinten links nicht weiterfahren.

Dass den Wutausbrüchen am Steuer die kontrollierteren, zum Teil erklärend-entschuldigenden Aussagen folgten, hatte einen Grund. Binotto hatte ihnen vorher auf den Weg gegeben, „dass das einzige, was ich gern hören würde, ist, dass es ihnen leidtut fürs Team“. So blieb ein verbales Nachtreten nach dem verhängnisvollen Foul fünf Runden vor Schluss aus. Vorerst. dpa

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