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Volleyball Deutsche Herren unterliegen zum Auftakt Serbien mit 0:3 / Führungsspieler Georg Grozer hadert mit seiner Leistung

„Alles schlecht“ – EM-Start geht gründlich daneben

Brüssel.Nach dem krachenden Fehlstart in die EM-Medaillenmission redete Deutschlands Volleyball-Star Georg Grozer noch am Spielfeldrand auf seine tief enttäuschten Mitspieler ein. Der verkrampft wirkende Vize-Europameister von 2017 unterlag Serbien am Freitag völlig verdient mit 0:3 (21:25, 17:25, 15:25) und war nach seinem Auftritt teilweise ratlos.

„Ich habe auch noch nicht die Erklärung dafür, weil wir eigentlich, wie ich fand, eine gute Vorbereitung gemacht haben und Selbstvertrauen hatten“, meinte Kapitän Lukas Kampa. Einen Ansatz fand der Zuspieler dennoch: „Ich fand, die Abwehr war nichts existent.“

Vor einer Minikulisse von 550 Zuschauern in der Arena Palais 12 in Brüssel fand Diagonalangreifer Grozer nie seinen Rhythmus und konnte den enttäuschenden Auftakt gegen den nicht zuletzt im Aufschlag starken Europameister von 2011 auch nicht verhindern. „Scheiße“, sagte der Routinier, „schlechter Start, alles schlecht“. Er wisse „auch nicht, was die Ursache ist“. Ruben Schott war mit acht Punkten bester Angreifer im Team von Nationaltrainer Andrea Giani. Nach dem bösen Erwachen gegen den nominell stärksten Rivalen in Gruppe B wollen die Deutschen nun am Samstag (17.30 Uhr) gegen Co-Gastgeber Belgien den ersten Sieg holen. Aus den vier Sechserstaffeln kommen die jeweils vier besten Mannschaften weiter.

Nationaltrainer Giani musste auf Außenangreifer Denis Kaliberda verzichten, der sich im vorletzten EM-Härtetest gegen Frankreich am Knie verletzt hatte. Der Italien-Legionär aus Modena streifte sich daher nur ein Trikot als zweiter Libero über und feuerte sein Team von der Seitenlinie aus an.

Zu viele Aufschlagfehler

Kaliberda bekam einen Holperstart zu sehen. Deutschland erlaubte sich genauso wie Serbien satte sieben Aufschlagfehler im ersten Satz, alleine Grozer fehlte dreimal die nötige Präzision beim Servieren. In der Offensive fand der EM-Zweite von vor zwei Jahren keinen Rhythmus und musste schließlich einem Satzrückstand hinterherlaufen.

„Extrem wichtig“ sei dieser Auftakt, hatte Kampa vor dem Duell gesagt. Doch während die Serben immer wieder auch schwierigste Bälle in der Annahme noch erwischten, blieb eine Initialzündung bei den Deutschen aus. Auch im zweiten Durchgang lagen sie stets zurück, immer wieder haderte Grozer. Da nur wenig in Gianis Team funktionierte, konnten sich die Serben auf 22:14 absetzen und holten sich auch Satz zwei.

Im dritten Durchgang nahm Giani seinen Star beim Stand von 3:7 vom Feld. Die Schläge des 34-Jährigen, der nach eigener Einschätzung noch auf der Suche nach seiner Topform ist, blieben immer wieder im serbischen Block hängen. „Für mich ist es eine neue Situation. Ich bin zum ersten Mal im Vorfeld eines Turniers nicht bei 100 Prozent“, hatte der Führungsspieler von Zenit St. Petersburg im Vorfeld der Partie erklärt. Auch mit veränderter Formation schafften die Deutschen kein Comeback mehr und verließen mit einer herben Auftaktenttäuschung die Halle. 

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