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Fußball Länderspiel-Dreiakter in der Corona-Blase

Auf DFB-Elf wartet Stress-Test

Archivartikel

Köln.Im Kölner Nieselregen huschte Joachim Löw nach einem vorbildlich mit Maske und Corona-Abstand aufgenommenen Handy-Foto für einen Fan ins Teamhotel und startete in eine seltsame Arbeitswoche. Mit der ersten Abordnung seines XXL-Kaders ohne den erkälteten Timo Werner und acht weitere Nachzügler um den erst später anreisenden Bayern-Block muss der Bundestrainer mit der Nationalmannschaft eine Mission der besonderen Art bewältigen. „Wir haben drei Spiele innerhalb von sieben Tagen, das ist schon anspruchsvoll und erinnert mich an ein Turnier“, erklärte Löw. Türkei, Ukraine, Schweiz heißen die Prüfungen – und das unter den Erschwernissen der Corona-Pandemie, speziell mit der Auswärtsreise ins Risikogebiet nach Kiew.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff sieht alle Beteiligten vor besonderen Herausforderungen. „Wir wollen erfolgreich Fußball spielen und als Mannschaft zusammenfinden“, sagte der 52-Jährige am Montag beim Treffpunkt von zunächst 19 Akteuren. Der erkrankte Chelsea-Stürmer Werner soll zeitnah nachkommen, ist für den ersten Akt gegen die Türkei aber damit ein Streichkandidat. Auch Antonio Rüdiger vom FC Chelsea, der am letzten Tag des aktuellen Transfensters von Löw freigestellt wurde, fehlte noch.

Am Mittwoch gegen die Türkei

Bierhoff und Löws Assistent Marcus Sorg stellten sich am ersten Tag der Aufgabe, den Wert des Länderspiel-Dreiakters zu erläutern und zu verteidigen. Das zusätzliche Testspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/RTL) gegen die Türkei behagt Löw nicht. Er hätte lieber trainiert und Kräfte gespart. Die Partie ist aber für den DFB finanziell wichtig. Der Verband muss auch seinen vertraglichen Verpflichtungen gegenüber der UEFA (40 Länderspiele in vier Jahren) nachkommen. „Man muss ehrlich sein, das Türkei-Spiel hat nicht die Wertigkeit der Nations League“, gestand Bierhoff. Er sprach von „Kopfzerbrechen für die Trainer“, wie sie die Belastung am sinnvollsten aufteilten.

28 Mann für drei Spiele lautet Löws Formel. Manuel Neuer, Niklas Süle, Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Serge Gnabry, die Leipziger Marcel Halstenberg und Lukas Klostermann sowie der angeschlagene Toni Kroos stoßen erst am Dienstagabend zum Team und werden gegen die Türken nicht eingesetzt. dpa

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