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Radsport Nils Politt verpasst nach 198-Kilometer-Flucht den Tageserfolg bei der Tour de France, kann sich aber trotzdem freuen / Ausschluss für Tony Martin

Baby da, Etappensieg futsch

Archivartikel

Gap.Auch ohne Happy End zeigte Nils Politt sein markantes Zahnpasta-Lächeln und löste schließlich nach der Hitze-Tortur durch Südfrankreich das Baby-Geheimnis auf. „Das Kind ist da, letzte Woche schon. Ich freue mich einfach darauf, am Montag nach Hause zu kommen“, sagte Politt, der nach einer 198-Kilometer-Flucht den Etappensieg als Geschenk zur Geburt seiner Tochter verpasste. Denn der wackere Kölner musste sich auf der 17. Etappe der Tour de France über schweißtreibende 200 Kilometer von Pont du Gard nach Gap mit dem 23. Platz begnügen, nachdem er die entscheidende Attacke in der Ausreißergruppe nicht mitgehen konnte.

Bei Temperaturen von erneut weit über 30 Grad nutzte stattdessen der Italiener Matteo Trentin die letzte Chance der Ausreißer und siegte im Alleingang vor dem Dänen Kasper Asgreen und dem belgischen Olympiasieger Greg Van Avermaet. Die Favoriten legten dagegen den Schongang ein.

Eigentlich wollte Politt die Geburt seiner Tochter bis nach der 106. Tour de France für sich behalten, doch nach einem Schnuller-Geschenk aus dem Teamwagen während des Rennens war alles klar. „Da haben sie sich wohl etwas einfallen lassen, um mich zu motivieren“, ergänzte Politt. Doch der Plan ging nicht auf.

Für Politt war der Traum vom ersten Etappensieg 27 Kilometer vor dem Ziel beendet, als in der 33-köpfigen Ausreißergruppe die entscheidenden Angriffe begannen. „Es war eine sehr starke Gruppe. Ich wollte in die Offensive gehen, habe aber gemerkt, dass die anderen auf mich geschaut haben“, fügte der Zweite des Frühjahrsklassikers Paris-Roubaix hinzu. Für den Kölner ist es ohnehin eine Tour unter besonderen Umständen. Die Zukunft seines Katusha-Alpecin-Teams ist höchst fraglich, dazu kam die Geburt seiner Tochter. „Ich kann das gut ausblenden. Bei der Tour hat man nicht viel Zeit zum Überlegen“, sagte Politt, den die Fragen zunehmend nervten. Politt ist ein Vollprofi und will sich auf seinen Job konzentrieren. Das hat er am Mittwoch wieder gezeigt.

Für Tony Martin ist die Tour indes vorzeitig beendet. Der Cottbuser wurde wie der Brite Luke Rowe vom Ineos-Rennstall am Mittwochabend wegen unsportlichen Verhaltens von der Jury ausgeschlossen. dpa

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