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Fußball Julian Nagelsmann hat bei RB Leipzig schon viel bewegt – ebenso David Wagner bei Schalke 04

Bessermacher im Duell

Archivartikel

Leipzig/Gelsenkirchen.Sie sind erst wenige Monate im Amt, haben aber schon viel bewegt: Julian Nagelsmann führte RB Leipzig an die Spitze der Fußball-Bundesliga und zum erfolgreichsten Start der Clubgeschichte. David Wagner sorgte beim chronisch aufgeregten FC Schalke 04 für Ruhe und formte in kurzer Zeit einige Sorgenfälle zu Leistungsträgern. An diesem Samstag (15.30 Uhr) kommt es erstmals zum Duell der Bessermacher.

„Man merkt, dass Schalke viel arbeitet, deutlich aktiver bei gegnerischem Ballbesitz ist. Sie haben einen klaren Plan, einen sehr attraktiven und erfolgreichen Spielstil. Das ist typisch Dave Wagner“, sagte Nagelsmann. Besonders beeindruckt zeigte sich der 32-Jährige vom neuen Schalker Laufwunder. Die Mannschaft absolviert ligaweit die meisten intensiven Läufe und die meisten Sprints. Im Vorjahr standen die Königsblauen in diesen Rubriken weit hinten. „Wir haben an vielen Stellschrauben gedreht, personell, in Sachen Philosophie und Einstellung. Wir haben gute Transfers gemacht, Männer mit Biss und guter Einstellung zum Beruf geholt“, erklärte Wagner in der „Leipziger Volkszeitung“ sein Konzept.

Als Trainer haben Nagelsmann und Wagner dieselben Wurzeln. Beide stammen aus der Hoffenheimer Schule, wurden auch von Ralf Rangnick beeinflusst. „Grundsätzlich hat man in Hoffenheim sehr gute Möglichkeiten, sich auszuprobieren“, sagte Nagelsmann. Man könne mit neuen Dingen auf die Nase fallen, ohne gleich den Job zu verlieren.

Wagner zollte Nagelsmann großes Lob für dessen Leistungen in Hoffenheim und nun in Leipzig. Es sei „verrückt und einzigartig, was der junge Mann“ zustande gebracht habe, sagte Wagner. Er ist 15 Jahre älter als der jüngste Erstliga-Trainer, den er erstmals treffen wird: „Ich bin ihm zuvor noch nie begegnet.“

Aus der Hoffenheimer Schule

Nach kleinen Anfangsproblemen lief das Schalker Spiel zuletzt bei drei Siegen in Serie wie geschmiert. Das hatte man bei dem Traditionsclub seit März 2018 nicht mehr erlebt. „Wir wollen für etwas stehen, einen Wiedererkennungswert haben. Schalke ist zuallererst Maloche“, betonte Wagner. Darauf fuße alles.

Ein weiterer Protagonist des königsblauen Erfolgsrezepts ist ausgerechnet ein früherer Leipziger. Sportvorstand Jochen Schneider war im März in den Pott gewechselt und hält seitdem die Fäden im Hintergrund in der Hand. Sein bislang klügster Schachzug war sicher die Verpflichtung des Trainers. Als Team funktioniert das Duo bisher hervorragend. „Er ist der Chef, er hat nicht nur mich geholt. Jochen ist fleißig, kompetent, verlässlich und unaufgeregt“, erklärte Wagner. Und der neue Coach schaffte es schnell , dem Schalke-Spiel eine neue, seine Handschrift zu verpassen.

Unter Wagner wurde Amine Harit vom Problemfall zum Antreiber und Ideengeber in der Offensive. „Das ist ein herausragendes Indiz für die Arbeit von David Wagner“, lobte Nagelsmann: „Er galt ja nicht immer als ganz einfach, war in seinem Spiel sehr inkonstant. Jetzt hat er sehr viel Mut, viel Tempo im eins gegen eins und eine tragende Rolle“, befand Nagelsmann über Harit. dpa

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