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Fußball Bayer Leverkusen verabschiedet sich mit einem 1:2 bei Zweitligist Heidenheim aus dem DFB-Pokal

Bittere Pille für pomadige Werkself

Heidenheim.Trainer Peter Bosz schlich enttäuscht vom Rasen, seine Spieler standen ratlos vor den eigenen Fans: Bayern-Besieger Bayer Leverkusen hat sich nach einer miserablen Leistung völlig überraschend aus dem DFB-Pokal verabschiedet. Am Dienstagabend setzte es trotz zwischenzeitlicher Führung bei Zweitligist 1. FC Heidenheim ein 1:2 (1:0). Damit sind für Bayer bereits im Achtelfinale alle Träume von der ersten Endspielteilnahme seit zehn Jahren beendet. Vor 11 400 Zuschauern hatte Julian Brandt (44. Minute) bei Temperaturen von minus vier Grad sogar noch das erste Tor für die Gäste erzielt.

Doch der pomadige Auftritt der Werkself wurde nach Gegentoren von Nikola Dovedan (47.) und Maurice Multhaup (72.) mit dem verdienten Ausscheiden bestraft. Für Leverkusen ist es nicht der erste bittere K.o. gegen einen unterklassigen Verein: Vor zwei Jahren scheiterte die Werkself an den Sportfreunden Lotte im Elfmeterschießen, 2011 reichte eine 3:0-Führung bei Dynamo Dresden nicht zum Weiterkommen. Heidenheim steht wie 2015/2016 erneut in der Runde der letzten Acht. „Wir waren schlampig, diese Art und Weise – so etwas habe ich selten erlebt. Das ist ein Rückschlag für uns“, sagte Leverkusens Nationalspieler Brandt. Teamkollege Julian Baumgartlinger befand: „Das ist enttäuschend und war unnötig. Wir haben Heidenheim in die Karten gespielt. Unsere letzte Aktion muss noch präziser sein.“

Drei Tage nach dem furiosen 3:1 gegen den Rekordmeister aus München schonte Bosz einige Stammkräfte. Abwehrchef Jonathan Tah saß zunächst genauso auf der Bank wie die Offensivkräfte Karim Bellarabi und Kevin Volland. Der eigentlich gesetzte Jung-Nationalspieler Kai Havertz fehlte den Rheinländern wegen einer Hüftverletzung. In der Anfangsphase war der Klassenunterschied zwischen Zweitligist und Europa-League-Teilnehmer kaum zu bemerken. Bayer war mit viel Ballkontrolle und einigen Pass-Stafetten zwar das feldüberlegene Team, mangels Tempo und Ideen gab es aber kaum Chancen.

Brandt trifft den Pfosten

Die erste Möglichkeit bot sich Nationalspieler Brandt, der am Pfosten scheiterte (36.). Kurz darauf schlug Bayer zu. Nach starkem Zuspiel von Aranguiz stieß Brandt in die Spitze und verwandelte. Heidenheim gab sich nicht auf, hatte nach dem Seitenwechsel die besseren Chancen und wurde belohnt. Dovedan traf mit links zum 1:1. Kurz darauf hätten die Gastgeber das Spiel sogar fast schon gedreht, Multhaup scheiterte jedoch an der Latte. Knapp 20 Minuten vor dem Ende nutzte er die nächste Unsicherheit der Leverkusener doch noch zur Führung. dpa