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Para-Equestrians Mit zwei Nachwuchspferden am Start

Brenner sieht großes Potenzial

Archivartikel

Mannheim.Hannelore Brenner steht vor einem Umbruch. Ihre „Olle“, die Stute Women of the World, mit der sie einige Paralympics-Siege, EM- und WM-Titel holte, musste im März im Alter von 23 Jahren eingeschläfert werden, der als Nachfolger herangezogene „Kiwi“ genannte Kawango kommt nach sechs Monaten Krankheits- und Verletzungspause erst ganz langsam wieder in Schwung. Also mussten beim Maimarkt-Turnier zwei Youngster aus dem Stall Magic im rheinhessischen Wachenheim ran. „Vielleicht ist es gut, dass Rainbow Queen und Belissima sofort in die erste Reihe rücken“, war die inkomplett querschnittgelähmte Brenner sehr gespannt auf die ersten Auftritte der erst achtjährigen Stuten. Außer in Holland und bei einigen kleineren Regelturnieren in der Region hatten beide noch keine Erfahrung.

Unterschiedliche Charaktere

„Die zwei sind völlig unterschiedlich. Rainbow ist groß, total gelassen, an allem interessiert und kennt keine Angst. Belissima ist klein, hippelig, eher scheu und hat vor vielem Angst – auch vor Traktoren. Aber alle beide sind richtige Schätzchen“, schwärmt Brenner. „Ich kann jetzt so richtig positiv in die Zukunft schauen, denn beide haben viel Potenzial, ich bin einfach happy, zwei solche Pferde zu haben.“

Das sagte sie nicht nur vor, sondern auch nach den insgesamt fünf Prüfungen, die sie im Grade IV absolvierte. Auch wenn sie nicht rundum zufrieden mit den Auftritten war. „Bei Rainbow lief alles gut, sie war absolut zuverlässig, hat sich gut entwickelt. Ich werde mit ihr noch viele schöne Prüfungen reiten“, sagte sie zu der Stute, die ihr und ihrer Trainerin sowie Lebensgefährtin Dorte Christensen seit viereinhalb Jahren gehört. Mit 68,208 und 68,455 Prozent wurde sie im qualitativ und quantitativ stärksten Grade VI Vierte und Fünfte, in der Kür auf Variationen auf „Somewhere over the Rainbow“ ebenfalls Fünfte (69,542). Belissima belegte unter 15 Startern die Ränge sechs (68,208) und sieben (67,723). „Aber Belissima kann mehr, sie war im Kadertraining in Warendorf perfekt und wurde für den Nationenpreis hier nominiert. Leider hat sie ihre Qualitäten nicht richtig gezeigt.“

Geduld erforderlich

Dennoch glaubt Brenner an die Achtjährige, die vor drei Jahren mit etlichen Problemen behaftet in den Stall Magic kam. „Ich weiß nicht, ob sie jemals so gut wird wie die Olle, aber es geht in die Richtung. Sie hat das Zeug dazu. Die beiden sehen sich auch total ähnlich.“

Internationale Ambitionen hat Brenner für dieses Jahr keine, denn sie hat in ihrer langen Karriere eines gelernt: „Man muss Geduld haben. Die Zeit der Beiden wird kommen“, ist sie überzeugt. 

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