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Fußball Argentinien tritt nach Drohungen nicht in Israel an

Brisante Absage

Archivartikel

Buenos Aires/Jerusalem.Proteste, Drohungen und die Aufforderung, Trikots von Lionel Messi zu verbrennen: Fußball-Vizeweltmeister Argentinien wird nicht wie geplant zur WM-Generalprobe in Jerusalem antreten. Die Partie gegen Israel an diesem Samstag im Teddy-Kollek-Stadion wurde abgesagt. Die Albiceleste muss ihre finale WM-Vorbereitung auf den letzten Drücker umstellen. Wie viel politisches Gewicht die Partie gehabt hätte, zeigt sich jetzt dennoch.

Israel kritisierte die Absage gestern aufs Schärfste. Präsident Reuven Rivlin sagte: „Sogar in den schwersten Zeiten haben wir jeden Aufwand betrieben, jegliche Erwägungen, die nicht rein sportlich sind, abseits des Spielfeldes zu lassen.“ Verteidigungsminister Avigdor Lieberman schrieb auf Twitter: „Es ist eine Schande, dass die argentinischen Fußballstars dem Druck der Israel-Hasser nachgegeben haben, deren einziges Ziel es ist, Israels Grundrecht zur Selbstverteidigung zu verletzen und seine Vernichtung herbeizuführen.“

„Gesundheit geht vor“

Eigentlich wollten Messi und seine Auswahlkollegen vom WM-Vorbereitungscamp in Barcelona nach Jerusalem fliegen, von dort sollte es nach der geplanten Partie weitergehen nach Moskau. Die Südamerikaner beziehen nahe der russischen Hauptstadt in Bronnitsy ihr Quartier. Nun muss Argentinien umplanen. „Gesundheit und Vernunft gehen vor“, sagte Nationalstürmer Gonzalo Higuaín zur Absage der Partie in Jerusalem. „Wir haben gespürt, dass es nicht richtig gewesen wäre.“

Der Präsident des palästinensischen Fußballverbandes, Dschibril Radschub, hatte die Fans dazu aufgerufen, Trikots und Poster von und mit Messi zu verbrennen, sollte dieser in Jerusalem spielen. „Das ist kein Spiel für den Frieden, sondern ein politisches Match, das die faschistische und rassistische Besatzung verdecken soll“, war er von einer palästinensischen Nachrichtenagentur zitiert worden. Ursprünglich war die Partie in der Hafenstadt Haifa geplant, wurde aber auf Druck des Kultur- und Sportministeriums nach Jerusalem verlegt.