Sport

Biathlon Olympiasiegerin fühlt sich in ihrem neuen Leben wohl

Dahlmeier glücklich als Studentin

Archivartikel

Planegg.Im neuen Leben im Uni-Hörsaal hat Laura Dahlmeier mal einer gefragt, ob sie aus Österreich komme. „Da habe ich gesagt, nein“, erzählt die Olympiasiegerin. „Da hat er gefragt, ob ich Ski fahre“, sagt die 26-Jährige und hat beim Erzählen der Anekdote ein Lächeln auf den Lippen. Und dann kam, ob sie denn bekannt sei? Irgendwann sei der Kommilitone dann doch drauf gekommen: „Du schaust so ähnlich aus wie die Laura Dahlmeier.“

Gut fünf Monate nach ihrem Rücktritt und sieben Monate nach ihrem letzten Rennen ist die siebenmalige Weltmeisterin im neuen Leben angekommen. „Mir geht es gut“, sagt sie. „Super befreiend“ sei es gewesen, als sie ihre Entscheidung getroffen habe. Das bekannte sie am Mittwoch bei ihrem Auftritt im Haus des Ski in Planegg, dem Sitz des Deutschen Skiverbandes (DSV). „Ich kann tun und lassen, was ich will. Das war das schönste Gefühl.“

Dahlmeier hat sich kürzlich an der Technischen Universität in München als Sportstudentin eingeschrieben. „Mir war wichtig, etwas für den Kopf zu tun. Aber es fällt mir da gar nicht so leicht, den ganzen Tag still zu sitzen“, sagt sie. Deutschlands Sportlerin des Jahres 2017 macht außerdem den Biathlon-Trainerschein. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, aktuell Trainerin zu werden. Das ist ein 24-Stunden-Job.“

Start bei Berglauf-WM

Mitte November will sie bei der Berglauf-WM in Argentinien für Deutschland am Start sein. „Da muss ich nicht mit einer Medaille nach Hause kommen.“ Das Erlebnis stehe für sie im Vordergrund. Über ihre Biathlon-Karriere sagt sie: „Diese Fremdbestimmtheit, das war schon mit das Anstrengendste.“ Dahlmeier engagiert sich für die Umwelt, für das Klima. Sie hat ein Buch geschrieben. Titel: „Laura und die KlimaGang.“ Sie sagt: „Da geht es darum, junge Menschen zu motivieren, etwas zu tun für unsere Welt, für unsere Natur.“

Im Winter wird Dahlmeier mit der Ski- und Bergwacht unterwegs sein, ehrenamtlich. „Da werde ich eher die verarzten, die zu viel Jagertee getrunken haben.“ Zuletzt war sie mit der Biathlon-Nationalmannschaft, ihren früheren Kolleginnen, am Dachstein unterwegs, sozusagen als Trainer-Praktikantin. „Ich bin dann aber mehr selber gelaufen, als am Streckenrand zu stehen. Nach einer Woche war ich richtig platt.“ dpa

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