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Tennis Jan-Lennard Struff führt deutsches Herren-Team in Spanien an

Davis Cup statt Urlaub

Archivartikel

Madrid.Eigentlich wäre Jan-Lennard Struff längst im Urlaub. Sein letztes Match beim ATP-Masters-Turnier in Paris-Bercy liegt bereits rund drei Wochen zurück. Im Normalfall wäre der 29-Jährige danach mit seiner jungen Familie direkt in die Ferien verschwunden.

Doch normal ist seit diesem Jahr im Tennis nichts mehr. Die eh schon lange Saison wurde noch einmal um eine Woche verlängert, weil der Tennis-Weltverband den Davis Cup reformiert und gemeinsam mit der Investmentfirma Kosmos um Barcelonas Fußball-Star Gerard Piqué ein Mega-Event mit 18 Mannschaften geschaffen hat, bei dem der neue World Champion gekürt wird, wie es die Plakate im La Caja Magica von Madrid stolz verkünden.

Und so steht Struff in einer tristen Tennishalle auf dem Platz, anstatt irgendwo in der Südsee am Strand zu liegen. Gemeinsam mit Davis-Cup-Debütant Dominik Koepfer schlägt er auf Platz vier der Trainingsstätte unter den Augen von Teamchef Michael Kohlmann die Bälle über das Netz, noch einmal gilt es, nach einer langen Saison die Kräfte zu mobilisieren. Am Mittwoch (11 Uhr/DAZN) geht es gegen Argentinien, das gegen Chile mit 2:0 gewann.

„Natürlich ist der Termin nicht optimal“, gesteht Struff. „Aber wir sollten der Veranstaltung eine Chance geben. Ich gehe sehr unvoreingenommen hier rein. Und natürlich wollen wir so weit wie möglich kommen“, sagt der 29 Jahre alte Warsteiner.

Zverev bestreitet Showkämpfe

Alexander Zverev sieht das anders. Der Weltranglisten-Siebte hat von Anfang an gesagt, dass der Termin für ihn nicht infrage kommt, weil er sonst nicht genügend Zeit zur Regeneration hat. Dass Zverev nun stattdessen zusammen mit Roger Federer durch Südamerika tingelt, um ein paar Showkämpfe zu bestreiten, wirkt da zwar etwas komisch. Doch im deutschen Team ist das in diesen Tagen kein Thema. „Sascha hat von Anfang an gesagt, der er nicht zur Verfügung steht, von daher hatten wir immer klare Verhältnisse“, sagt Kohlmann.

Für Struff bedeutet die Abwesenheit von Zverev, dass er zum zweiten Mal in seiner Karriere die Nummer eins im deutschen Team ist. „Das freut mich, hat aber keine große Bedeutung für mich. Ich freue mich, hier mit dem Team zusammen zu sein“, sagt der Sauerländer.

Zu großen Druck will er sich nicht machen. Die lange Zeit zwischen dem letzten Auftritt in Paris und nun in Madrid hat er zum Training daheim genutzt, seit Freitag ist er mit dem Team in der spanischen Hauptstadt. dpa

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