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Schlussetappe Im Finale von Paris ist nur der Norweger Alexander Kristoff schneller als der Gewinner von Roubaix

„Dege“ schrammt am zweiten Sieg vorbei

Archivartikel

Paris.Nach dem Etappenstart gab es ein Gläschen Champagner, unter dem Arc de Triomphe in Paris begann dann die große britische Party: Als erster Radprofi aus Wales hat Geraint Thomas die Tour de France gewonnen. Der 32-Jährige krönte am Sonntag im Gelben Trikot seine dreiwöchige Triumphfahrt durch Frankreich auf den berühmten Champs-Élysées, wo Alexander Kristoff aus Norwegen vor John Degenkolb aus Oberursel zum letzten Tagessieg der 105. Rundfahrt sprintete.

Für Kristoff war der Sieg auf den Champs-Élysées mehr wert als Geld. Der norwegische Ex-Weltmeister setzte sich im finalen Sprint vor Degenkolb und dem Franzosen Arnaud Demare durch. „Es war ein guter Sprint von mir und der ganzen Mannschaft“, sagte Degenkolb. Fast hätte der gebürtige Thüringer also die deutsche Erfolgsgeschichte in Paris fortgeschrieben. Bei solchen Massenspurts jubelten zuletzt fast immer deutsche Fahrer, aber die in Paris schon erfolgreichen Marcel Kittel (2013, 2014) und André Greipel (2015, 2016) schieden auf schweren Alpenetappen in der zweiten Woche aus. So holte „Dege“ in Frankreich den einzigen deutschen Sieg 2018, als er auf der schweren neunten Etappe über das Kopfsteinpflaster nach Roubaix überragte. „Die sechste Tour war meine stärkste“, resümierte Degenkolb.

Noch eine Nummer stolzer war natürlich Gesamtsieger Thomas. „Das ist einer der besten Tage meines Lebens“, sagte der Waliser, der neben seinem Teamkollegen Chris Froome über die Ziellinie fuhr. Von dem entthronten Seriensieger gab es fairen und ehrlichen Applaus, Thomas’ Frau Sara kündigte eine Feier bis zum Morgengrauen an. Auf dem Siegerpodest vor der malerischen Kulisse des Triumphbogens in Paris hüllte sich der Sieger in die Flagge mit dem walisischen Drachen und atmete zur Hymne „God save the queen“ einmal tief durch.

Nach 3351 Kilometern hatte Thomas 1:51 Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Tom Dumoulin aus den Niederlanden, der am Samstag das Zeitfahren in Espelette gewonnen hatte. „Er war absolut unglaublich in den letzten Wochen“, lobte Dumoulin den Sieger.

„Wegen der Tour bin ich Radprofi geworden und jetzt stehe ich da. Das ist ein Traum“, berichtete der Mann mit dem Wuschelkopf im Gelben Trikot. Froome rundete den britischen Erfolg auf Rang drei (+2:24 Minuten) ab – er war nach vier Tour-Siegen erst unmittelbar vor dem Start der diesjährigen Rundfahrt vom Doping-Verdacht freigesprochen worden. Das Superteam Sky stellte zum sechsten Mal in den vergangenen sieben Jahren den Tour-Champion.

Für den Großteil des Pelotons war die Zielankunft schon ein Erfolg, 145 von 176 gestarteten Fahrern schafften es nach Paris. Die größten Leiden überstand Lawson Craddock, der sich trotz eines Schulterbruchs auf der ersten Etappe durch Frankreich schleppte.

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