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Radsport Steven Kruijswijk und Michael Matthews positiv getestet / Zwei Teams ziehen sich zurück / Peter Sagan gewinnt 10. Etappe

Der Giro versinkt im Corona-Chaos

Lanciano.Im Corona-Chaos des Giro d’Italia hat Peter Sagan nach mehr als einem Jahr seine Durststrecke beendet und in beeindruckender Manier die zehnte Etappe gewonnen. Der 30-jährige Slowake vom deutschen Bora-hansgrohe-Team setzte sich am Dienstag nach 177 Kilometern von Lanciano nach Tortoreto als Ausreißer vor dem US-Amerikaner Brandon McNulty und dem Gesamtführenden João Almeida aus Portugal durch.

Etwa vier Stunden vor Sagans Sieg bekam der Giro mit voller Wucht schon nach dem ersten Ruhetag zu spüren, was der Tour de France erspart geblieben war: Zwei Fahrer und zwei Teams beendeten kurz vor dem Start der Etappe wegen positiver Corona-Fälle die Rundfahrt. Wie die Veranstalter mitteilten, wurden zwei Fahrer und sechs weitere Personen positiv auf das Virus getestet.

Die zwei positiv getesteten Radprofis sind klangvolle Namen. So mussten der auf Platz elf der Gesamtwertung liegende Niederländer Steven Kruijswijk, im Vorjahr Dritter der Tour de France, sowie der Australier Michael Matthews, der bereits mehrere Etappen bei allen drei großen Rundfahrten gewinnen konnte, den Giro beenden. Dies teilten Kruijswijks Team Jumbo-Visma und Matthews’ deutscher Sunweb-Rennstall mit. Die niederländische Jumbo-Visma-Equipe um die Deutschen Tony Martin und Christoph Pfingsten kündigte kurze Zeit später den kompletten Giro-Rückzug an.

Zuvor hatte bereits das australische Mitchelton-Scott-Team verkündet, die Mannschaft wegen vier positiv getesteter Team-Mitglieder aus dem Rennen zu nehmen. „Aus sozialer Verantwortung gegenüber unseren Fahrern und Mitarbeitern, dem Fahrerfeld und der Rennorganisation haben wir die klare Entscheidung getroffen, uns vom Giro d’Italia zurückzuziehen“, heißt es in einer Mitteilung. Schon am Samstag hatte der britische Teamkapitän und Mitfavorit Simon Yates die Rundfahrt wegen eines positiven Tests beenden müssen.

Somit begaben sich am Dienstag nur noch 145 Profis auf die 177 Kilometer nach Tortoreto, bei der Sagan sich erfolgreich als Ausreißer durchsetzte. Es war der erste Sieg des Bora-Kapitäns seit dem 10. Juli 2019 und der erste beim Giro überhaupt. In der Gesamtwertung führt weiter Almeida mit 34 Sekunden Vorsprung vor dem Niederländer Wilco Kelderman vom deutschen Team Sunweb.

Rennleitung will weiterfahren

Auch von der französischen Mannschaft Ag2r-La Mondiale und dem britischen Team Ineos Grenadiers wurde jeweils eine Person aus dem Betreuerstab positiv getestet.

Trotzdem hält Giro-Direktor Mauro Vegni einen Abbruch vorerst nicht für nötig. „Ich glaube nicht, dass das Risiko besteht, das Rennen zu stoppen. Wir haben bereits 1500 Tests durchgeführt, ein Team war besonders betroffen, beim Rest war es nur eine Person pro Team“, sagte er. „Das Wichtigste ist jetzt, Mailand zu erreichen.“ Dort endet der Giro am 25. Oktober. dpa

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