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Volleyball Nach dem Abschied von Ausnahmespieler Georg Grozer steht ein riesiger Umbruch an

Der tiefe Krater im Nationalteam

Berlin.Nach dem frustrierenden Abschied von Ausnahmespieler Georg Grozer stehen die deutschen Volleyballer vor schweren Zeiten. Das internationale Karriereende des XXL-Angreifers nach dem Aus in der Olympia-Qualifikation reißt einen Krater ins Nationalteam. Das Scheitern so kurz vor dem Sehnsuchtsziel Tokio lässt auch die Zukunft weiterer Führungsfiguren offen. „Für die Nationalmannschaft wird es in Zukunft sehr schwierig. Der Bruch ist sehr groß“, sagte Trainerlegende Stelian Moculescu nach dem Olympia-Aus im letzten Qualifikationsturnier.

Grozers lange angekündigter Rücktritt bedeutet das Ende einer Ära. Sein Abschied forciert den Umbruch. „Wir müssen den jüngeren Jungs die Chance geben“, sagte Nationaltrainer Andrea Giani über die vage geäußerte Hoffnung, Grozer (35) könne vielleicht doch noch einmal weiter machen. Die Planungen müssen nun schon auf die Olympischen Spiele 2024 in Paris ausgerichtet werden.

Der Vertrag des Italieners Giani läuft in diesem Jahr aus, er will erstmal mit dem Präsidenten über seine Zukunft reden. Für Kapitän Lukas Kampa (33) ist der weitere Weg nach eigener Aussage „im Moment“ noch „komplett offen“.

Eine Zeitrechnung ohne Galionsfigur Grozer ist auch für den Verband ein Problem. Der Angreifer stand für Spektakel, Emotion und dringend benötigte Aufmerksamkeit – seine Gattung ist rar. „Man hat gesehen, dass immer wieder Leute kommen, die man gerade nicht auf dem Schirm hat“, meinte Kampa. „Wir haben schon viele junge Wilde dabei, die inzwischen Erfahrung gesammelt haben und die jetzt in die Fußstapfen treten müssen“, sagte Außenangreifer Christian Fromm.

Simon Hirsch (27) war schon in der Vergangenheit Grozers Ersatzmann, dürfte künftig deutlich mehr Spielanteile erhalten. Außerdem ruhen auf Ruben Schott (25) oder auch dem für Berlin nicht nominierten Linus Weber (20) in der Offensive Hoffnungen. Im Mittelblock hat Giani mit Tobias Krick (21) und Anton Brehme (20) die Zukunft eingeläutet. Julian Zenger (22) war schon vor der Reaktivierung des erfahrenen Markus Steuerwald (30) der Libero Nummer eins.

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