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Skispringen In Oberstdorf beginnt am 30. Dezember die Vierschanzentournee / Top-Favorit Kobayashi will Seriensieger Stoch stoppen

Deutsche Außenseiterchancen beim Spektakel

Archivartikel

Oberstdorf.Mal richtig frei machen und vom Sport abschalten – das können die Skispringer traditionell rund um Weihnachten nicht. Fünf Tage nach Heiligabend steht bereits die Qualifikation für den Auftakt der Vierschanzentournee auf dem Programm. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Spektakel in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen.

Wie funktioniert die Tournee, die in Oberstdorf beginnt?

Vier Stationen – ein Gesamtsieger. Wer die Tournee gewinnen will, muss in vier Springen innerhalb von neun Tagen Top-Leistungen bringen und die meisten Punkte sammeln. Der Wettkampfmodus unterscheidet sich von jenem im Weltcup. Anders als dort gibt es bei der Tournee im ersten Durchgang 25 K.o.-Duelle. Die 25 Gewinner sowie die fünf besten Verlierer ziehen ins Finale der besten 30 Springer ein. Um die Paarungen für die Wettkämpfe zu ermitteln, wird das Ergebnis der Qualifikation herangezogen. Der Beste der Quali tritt gegen den 50. an, der Zweite trifft auf den 49.

Wo wird denn überall gesprungen?

Los geht es am 30. Dezember in Oberstdorf, es folgt am 1. Januar das Neujahrsspringen auf der 2007 komplett umgebauten Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen. Die nächste Station ist am 4. Januar der Bergisel in Innsbruck. Das Finale steigt am 6. Januar auf der Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen, wo Andreas Wellinger im Januar 2017 mit 144,5 Metern einen Schanzenrekord aufstellte.

Wo kann ich die Tournee im Fernsehen verfolgen?

Die Tournee wird in Deutschland sowohl im öffentlich-rechtlichen Fernsehen als auch bei Eurosport gezeigt. Die Sender übertragen neben den Wettkämpfen auch die Qualifikationen am jeweiligen Vortag. ARD und ZDF teilen sich die Übertragungen auf. Das ZDF startet mit dem Auftaktspringen in Oberstdorf. Von den folgenden beiden Stationen berichtet die ARD, ehe das ZDF wieder in Bischofshofen übernimmt.

Wer ist Titelverteidiger, wer sind die Favoriten?

Der Top-Favorit kommt aus Japan: Ryoyu Kobayashi hat von sieben Einzelspringen in dieser Saison bisher vier gewonnen und führt die Gesamtwertung souverän an. Seine größten Konkurrenten um den Gesamtsieg sind wohl zwei Polen. Tournee-Experte Kamil Stoch könnte mit seinem dritten Gesamterfolg beim Saisonhighlight nacheinander den Rekord des Norwegers Björn Wirkola einstellen, der bisher als Einziger dreimal in Serie gewann. Stochs Teamkollege Piotr Zyla präsentiert sich ebenfalls stark.

Welche Chancen haben die deutschen Springer?

Anders als im vergangenen Jahr, als Richard Freitag und Andreas Wellinger vor der Tournee zu den Top-Anwärtern auf den Sieg zählten, gehören deutsche Springer dieses Jahr eher zum erweiterten Kreis. Bei den DSV-Adlern bahnt sich die Wachablösung an. Freitag, Olympiasieger Wellinger und der wiedergenesene Severin Freund können derzeit nicht an ihre Form früherer Tage anknüpfen. Dafür überraschte Karl Geiger mit einem Sieg in Engelberg. Stephan Leyhe stellte als Zweiter von Wisla ebenfalls bereits Podest-Qualitäten und Beweis. Bei den Springern von Bundestrainer Werner Schuster muss allerdings alles passen, damit sie Kobayashi, Stoch und Co. angreifen können. dpa