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Schach Abstiegsgefahr für Buchen nimmt zu / Auch am sechsten Spieltag läuft es nicht rund

Die Baden-Badener Spieler sind zu stark

Auch am 6. Spieltag der badischen Oberliga läuft es für das Team des SC BG Buchen nicht rund, und es hagelte eine 3:5-Heimniederlage gegen die dritte Mannschaft des amtierenden Deutschen Meisters OSG Baden-Baden. Der SC BG Buchen liegt damit mit 4:8-Mannschaftspunkten auf dem achten Platz, momentan einem Noch-Nicht-Abstiegsplatz, doch der Neunte, SV Hockenheim II, und der SC Dreiländereck auf Platz sieben haben dieselben Mannschaftspunkte, aber die etwas schlechtere beziehungsweise bessere Brettpunktwertung – gegen diese beiden müssen die Odenwälder in den beiden letzten Runden antreten.

Die Kurstädter waren im Hotel Prinz Carl mit einem Team von Wertungs-Durchschnitt 2279 gegenüber 2227 der Buchener angetreten. Von daher gesehen waren die Gäste Favorit. Der Sieg geht auch letztendlich in Ordnung. Schon früh sah es in den Partien von FM Arndt Miltner (an Brett vier gegen den französischen FM Matheo Zachary) und von Felix Hefner (an Brett acht gegen FM Jean-Claude Moingt) schlecht aus, doch beide kämpften, und es sah so aus, als ob beide das Spiel verwickelten und so noch Chancen bestehen würden. Doch in beiden Fällen wurde der hohe Kampfeinsatz nicht belohnt und es folgten Niederlagen. Nach etwa dreieinhalb Stunden endeten die drei Spitzenbretter mit einer Punkteteilung, wobei die Positionen von IM Henryk Dobosz (Brett zwei gegen IM Dennis Kaczmarczyk) und IM Amadeus Eisenbeiser (an Brett drei gegen IM Peter Kühn) im Remisbereich lagen, auch wenn sie dynamisch aussahen. Gewinnversuche schienen mit zu hohem Risiko verbunden zu sein. Aber am Spitzenbrett spielte im Großmeisterduell Buchens IM Mihajlo Stojanoviv spielte gegen den Top-Großmeister und langjährigen Landestrainer der Gäste, Philipp Schlosser, in dessen Schule auch Amadeus Eisenbeiser ging – mit Schwarz glänzend und sorgte für mächtigen Druck. Aber GM Schlosser hielt trotz Zeitnot die Stellung in bewundernswerter Weise zusammen, und auch diese Partie endete im Remishafen.

Nach schwerer Arbeit holte dann Jürgen Kettner an Brett sieben gegen Vladimir Schulz verdient den einzigen Siegpunkt an diesem Tag. Er hatte leichte materielle Vorteile und die bessere Stellung, jedoch musste Kettner viele Hürden und Tücken überwinden, ehe der Gegner endlich aufgab.

Aus den beiden letzten noch laufenden Partien hatte man für Buchen eineinhalb Zähler erhoffen können: Berthold Engel beschäftigte an Brett sechs seinen Gegner Tobias Tiemann derart, dass der gerade so seine hochgradige Zeitnot überstehen konnte. Statt wenigstens noch ein Unentschieden zu erreichen, machte Engel einen spielentscheidenden Fehler und der Baden-Badener kam nach langer vergeblicher Buchener Gegenwehr zu einem Punkt. An Brett fünf hatte Majed Al Helaoy (gegen Mikhail Petermann) nach sehr gutem, originellem Spiel im Turmendspiel einen Bauern mehr und eine Gewinnposition, die nicht leicht umzusetzen war. Nachdem er eine letzte siegbringende Pointe nicht gefunden hatte, wurde auch hier die Punkteteilung auf dem Partieformular unterschrieben, was zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr spielentscheidend war. eb