Sport

Fußball 3. Amateur-Kongress soll Negativ-Trends stoppen

Die Basis kämpft mit vielen Problemen

Archivartikel

Frankfurt.Sogar Joachim Löw schaut vorbei. Beim 3. Amateurkongress des Deutschen Fußball-Bundes am Wochenende in Kassel beschäftigen sich fast 300 Vertreter des DFB, der Regional- und Landesverbände sowie aus Kreisen und Vereinen mit den Problemen der Basis. Und der Fußballschuh drückt gewaltig. Mehr als die zunehmende Entfremdung zwischen Amateuren und Nationalmannschaft sowie die jüngsten Berichte über teure Ausschweifungen der Verbandsspitze machen den Vereinen eigene Sorgen zu schaffen.

Absichtserklärungen gibt es jetzt bereits viele. Reinhard Grindel wird heute eine Grundsatzrede halten. „Die EURO 2024 in Deutschland bietet Chancen, die wir im oder für den Amateurfußball nutzen wollen“, sagt der Verbandschef. Die zentralen Aufgabenstellungen seien Gewinnung und Qualifizierung des ehrenamtlichen Nachwuchses und eine bessere Infrastruktur für die Clubs. Die größte Herausforderung, so Koch, sei, den „Rückgang von aktiven Fußballern und Fußballerinnen aufzuhalten und umzukehren“.

Der DFB wächst zwar weiter, zuletzt auf 7,09 Millionen Mitglieder als größter Sportfachverband der Welt, doch der Anstieg geht vor allem auf Zuwächse bei den Senioren und Frauen und auf Clubmitgliedschaften von Fans zurück. Bei den A- und B-Jugend-Teams gab es zwischen 2017 und 2018 einen Rückgang von 15 315 auf 14 969 Mannschaften. In den Altersklassen darunter ist der Trend ähnlich.

Die Nöte wurden kürzlich bei einem Treffen von Funktionären wie DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann und Vereinsvertretern im nordbadischen Heidelberg-Kirchheim mal wieder deutlich. Die Vorwürfe aus dem Amateurlager: Zu wenig Geld vom Grundlagenvertrag zwischen dem DFB und der Deutschen Fußball Liga (DFL) lande bei den Amateuren. Zudem gebe es immer weniger Schiedsrichter, immer noch viel Bürokratie. Die Ehrenamtlichen fühlen sich im Stich gelassen, es gibt Nachwuchssorgen. Ein zunehmendes Problem sind zudem die fehlenden Sportstätten. Grindel hat angekündigt, Gespräche mit den Oberbürgermeistern der EM-Ausrichterstädte über eine Verbesserung der Sportinfrastruktur zu führen – „weil auch der beste Übungsleiter nur trainieren kann, wenn er einen Fußballplatz hat“. dpa