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Fußball DFL vertagt Entscheidung über Abstiegsfrage bei vorzeitigem Abbruch / Künftig bis zu fünf Wechsel erlaubt

Die Suche nach der einen Antwort

Frankfurt.Fünf statt drei Auswechslungen, Heimspiele notfalls in einem neutralen Stadion, einen Meister vielleicht erst im Juli – aber die strittige Abstiegsfrage bei Abbruch bleibt ungeklärt: Zwei Tage vor dem Start des Notbetriebs der Bundesliga hat die fünfte außerordentliche DFL-Mitgliederversammlung in der Corona-Krise am Donnerstag die Entscheidung für einen Worst Case vertagt. Die 36 Clubs räumten aber weitere Hürden beiseite, um die Saison zu Ende zu bekommen.

„Für den Fall, dass eine Fortführung des Spielbetriebs durch künftige Entwicklungen nicht mehr möglich sein sollte und die Saison vorzeitig abgebrochen werden muss, soll innerhalb der nächsten beiden Wochen eine Regelung hinsichtlich der sportlichen Wertung entwickelt werden“, teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) mit. Das Thema sei „nicht vertiefend erörtert“ worden. Dabei war darüber in den Teilversammlungen der 1. und 2. Liga am Mittwoch ein heftiger Streit entbrannt.

„Für mich als Trainer ist es ganz wichtig, dass alle 34 Spiele gespielt werden. Wenn uns diese Möglichkeit genommen würde, die letzten beiden Spiele zu spielen, würde ich ganz klar von Wettbewerbsverzerrung reden“, sagte Fortuna Düsseldorfs Uwe Rösler am Donnerstag.

Die DFL kämpft weiter darum, ihr Konzept durchzusetzen. Sie hält am Plan fest, die Saison vollständig zu beenden. Dies sei „einstimmig mit einer Enthaltung“ bekräftigt worden, hieß es. Geplant ist die Beendigung bis 30. Juni. Falls notwendig, soll dies, sofern rechtlich möglich, auch im Juli noch geschehen.

Kritik von Bode und Hartmann

An den geplanten letzten neun Spieltagen dürfen die Mannschaften nun fünf- statt dreimal auswechseln. Die DFL übernahm die von der FIFA eingeführte Änderung. Damit sollen Spieler angesichts des dicht gedrängten Kalenders und möglicher Spiele bei großer Hitze entlastet werden. Durchgeführt werden dürfen die Wechsel in der Pause und bei weiteren drei Gelegenheiten während der Spielzeit. Damit soll verhindert werden, dass Trainer das Instrument zum Zeitspiel nutzen.

Die Clubs dürfen ihre Heimspiele auch in einem neutralen Stadion austragen – falls die Behörden ihnen den Spielbetrieb unmöglich machen. Der Fußball ist weiter von den Genehmigungen der Gesundheitsämter abhängig.

Werder-Aufsichtsratschef Marco Bode hatte das DFL-Präsidium für seine Vorgehensweise in der Frage des Saisonabbruchs kritisiert. „Das ist eine Regelung, die unglaublich viel nach sich zieht. Da kann man nicht einfach en passant wenige Tage vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs eine Entscheidung solcher Tragweite treffen.“ Derzeit belegen Werder Bremen und der SC Paderborn die beiden letzten Plätze. Die beiden anderen Optionen im Falle eines Abbruchs sind offenbar eine Annullierung der Saison oder eine Aufstockung der Liga.

Derweil hat sich erneut ein Profi kritisch über das Vorgehen der DFL geäußert. „Meines Wissens nach wurden wir gar nicht einbezogen. Womöglich hätte es sonst viele Fragen gegeben. Das Hygiene-Konzept an sich versprüht einen Hauch von Sicherheit. Und trotzdem sind wir Spieler mit unseren Ängsten und Fragen allein gelassen worden“, sagte Marco Hartmann von Dynamo Dresden dem „Spiegel“. „Man hätte eine Möglichkeit finden müssen für die Spieler, die sagen: Ich habe Angst. Das hätten nicht die Vereine allein machen sollen, es hätte von der DFL kommen müssen.“

Neuer sieht Vorbildfunktion

Christian Streich verteidigte den Neustart. Bei Diskussionen habe es „teilweise nicht nachvollziehbare Widerstände“ gegeben, sagte der Trainer des SC Freiburg. Er habe manchmal gedacht, „da schwingt auch ein bisschen Neid mit. Ich freue mich total auf Samstag und ich bin gottfroh, dass wir spielen dürfen“.

Manuel Neuer von Bayern München glaubt, dass der Fußball angesichts der strengen Auflagen auch vorbildlich auftreten könnte. „Wenn wir uns an die Richtlinien halten, wie wir das tun, dann ist das ein ganz anderes Bild, was wir abgeben, als das, was bei den Demonstrationen passiert“, sagte der Kapitän des Tabellenführers in einem Instagram-Chat mit Kommentator Wolff Fuss.

Vor den Partien ohne Zuschauer befinden sich die Profis abgeschottet in Hotels in Quarantäne-Trainingslagern. Regelmäßig stehen Tests für Profis, Trainer und Betreuer an. dpa

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