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DLV droht Schlappe vor Gericht

Archivartikel

Luxemburg.Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) steuert im Streit um den Ausschluss ausländischer Sportler von Meisterschaften auf eine Niederlage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu. Laut einem Gutachten des zuständigen Generalanwalts Evgeni Tanchev hätte der DLV 2016 nicht beschließen dürfen, dass nur noch Bürger mit deutscher Staatsangehörigkeit an deutschen Meisterschaften teilnehmen können.

Tanchev verwies unter anderem auf das in der EU geltende Recht auf Niederlassungsfreiheit und das Verbot einer Diskriminierung aufgrund der Staatsangehörigkeit. Zugleich betonte er, dass das Diskriminierungsverbot zum Beispiel nicht für die Nominierung von Nationalmannschaften gelte, solange der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt werde. Ein Urteil wird in den kommenden Monaten erwartet.

Hintergrund des Verfahrens ist die Klage eines seit 2003 in Deutschland lebenden Italieners, der als Amateur intensiv an Leichtathletik-Wettkämpfen in der Altersgruppe über 35 Jahren teilnimmt. Er hatte vor 2016 an deutschen Meisterschaften teilgenommen, wurde dann aber nicht mehr zugelassen. dpa