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Autokorso Am Stadthaus, auf dem Paradeplatz und auf dem Weg zur SAP Arena schlägt den Eishockey-Profis eine Welle der Begeisterung entgegen

Ein Feiermeer in Blau-Weiß-Rot

Archivartikel

Mannheim.Es ist der ganz große Triumph, den sie an diesem denkwürdigen Tag gemeinsam mit ihren Adlern begehen wollen. Denn nachdem tausende Fans in den Jahren seit der letzten Meisterschaft 2015 gleich einige Tiefschläge einstecken mussten, wollen sie diesen achten Titel mit ihrer Mannschaft zelebrieren. Laut, ausgelassen und ganz nah dran.

Nicht nur Andreas Zeilfelder und seine Tochter Agnes stehen an diesem April-Sonntag schon früh auf dem Paradeplatz – und können es kaum erwarten, bis die Eishockey-Recken mit dem Pokal auf die Terrasse treten. Denn auch, wenn Vater Andreas, der den Adler vor allem in Friedrichspark-Zeiten die Treue schwor, heute nicht mehr zu den ganz eingefleischten Anhängern gehört, hat Zeilfelder den Fan-Virus längst an die zehnjährige Agnes weitergegeben, die mit ihrem Trikot von Matthias Plachta stolz in die Kamera lächelt; und mit dem Edding in der Hand auf ein handgeschriebenes Andenken von ihrer großen Ikone hofft.

Während im Stadthaus Mannheims Kämmerer, Christian Specht, den Oberbürgermeister gleich einmal mit dem neuesten Meister-Schal versorgt und Peter Kurz Mannheim kurzerhand zur „Eishockeystadt“ erhebt, beweisen draußen Tausende, warum diese Auszeichnung weit mehr ist als eine bloße Parole.

„Eishockeystadt Mannheim“

Da mag die Polizei sichtlich um klare Abzäunungen bemüht sein: Als sich Mannschaft und Trainerteam ihren Anhängern schließlich stellen, recken zahllose Fanmassen die Arme hemmungslos in die Lüfte und jubeln den frischgebackenen Meistern zu. Die Feiergemeinde hat sich im Vergleich zum Beginn mehr als verzehnfacht. Bis zu den Straßenbahnschienen strahlen Menschenseelen Enthusiasmus aus – ein jubilierendes, fröhliches Feiermeer in Blau-Weiß-Rot.

Eines, das sich konsequent in Bewegung setzt, als Pavel Gross und die Seinen sich in Richtung der bereitstehenden Limousinen bewegen, um den Autokorso ins Rollen zu bringen. Wobei die Bewegung in Momenten wie diesen zu einer relativen Konstante wird. In langsamer Zentimeterarbeit tasten sich die Fahrer voran, halten immer wieder inne, als Spieler die leicht lädierte Trophäe mit heiseren Stimmen Mal um Mal stolz präsentieren.

Doch auch die Fans kommen wahrlich auf ihre Kosten. Da mögen die Strapazen des Feier-Marathons für die Adler noch so groß gewesen sein: Immer wieder posieren Kapitän Marcus Kink und Youngster Moritz Seider, Sinan Akdag oder David Wolf für Selfies, schreiben Autogramme, oder lassen ausgewählte Fans sogar für einen Augenblick Hand an den begehrten Pokal legen.

Fast zu spät bei der eigenen Feier

So ausgiebig, dass die Adler selbst fast zu spät zur großen Party in die SAP Arena gekommen wären. Am Ende ist es in der Mannheimer Innenstadt eine Feierstunde, über die nicht nur Agnes und Andreas Zeilfelder sagen können: „Diese Ehre haben sie sich in vollen Zügen verdient!“

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