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Klettern Erlanger Alexander Megos gewinnt bei WM in Japan Silber / Gute Chancen auf Teilnahme an Olympia

Ein Griff fehlt zur historischen Goldmedaille

Hachioji.Bei den Kletter-Weltmeisterschaften in Japan hat Alexander Megos die zweite deutsche Medaille gewonnen und dabei einen historischen Erfolg nur um Zentimeter verpasst. Der Sportler aus Erlangen kämpfte sich zu Silber in der Disziplin Lead, also dem klassischen Klettern mit Sicherung am Seil. Als Bester des Halbfinales musste sich der 26-Jährige auf einer knüppelharten Route nur Szenestar Adam Ondra geschlagen geben. Der Tscheche erreichte an der überhängenden Wand einen Griff mehr als Megos. Bronze ging an Titelverteidiger Jakob Schubert aus Österreich.

Neben dem Edelmetall konnte sich Megos über eine gute Ausgangslage für den abschließenden Kombinationswettkampf freuen. Dann werden die ersten sieben Startplätze für Olympia 2020 vergeben, wenn Klettern seine Sommerspiel-Premiere feiert. „Alex ist wirklich unglaublich fit, wahrscheinlich so fit wie noch nie in einem internationalen Wettkampf“, sagte Bundestrainer Urs Stöcker. „Die Frage ist, ob der Kopf mitspielt und er die Nervosität unter Kontrolle hat.“

Seit der ersten WM 1991 kämpfen die deutschen Männer vergeblich um eine Goldmedaille, Ikone Stefan Glowacz 1993 und nun Megos waren als jeweils Zweite am nächsten dran. Bei den Frauen konnte sich Juliane Wurm 2014 in München zur Weltmeisterin im Bouldern krönen. Bei dieser Disziplin werden komplizierte Elemente ohne Seilsicherung in Absprunghöhe geklettert.

Der Aachener Yannick Flohé hatte am Dienstag WM-Bronze im Bouldern geholt und dem DAV das erste Edelmetall beschert. Weil Megos da nicht unter die Top 20 kam, stand er in seiner Paradedisziplin unter Druck. „Er musste einen raushauen und einen Spitzenplatz erreichen“, erklärte Bundestrainer Stöcker im Hinblick auf die Olympia-Quali. 

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