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Fußball Mitgliederversammlung der DFL lehnt die vorliegenden Pläne für die Champions-League-Reform einstimmig ab

Ein klares Nein aus der deutschen Liga

Offenbach.Die deutschen Profivereine um die Branchenführer Bayern München und Borussia Dortmund haben den hochfliegenden Zukunftsplänen für eine Reform der Champions League eine klare Absage erteilt. Auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga im barocken Büsing Palais in Offenbach sprachen sich die 36 Erst- und Zweitligisten am Mittwoch einstimmig gegen das von der europäischen Club-Vereinigung ECA entworfene Konzept aus. „Eine mögliche Reform sollte allen Akteuren gerecht werden, nicht nur wenigen“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.

Die DFL und die 36 Bundesligaclubs seien nicht gegen Reformen und Veränderungen allgemein, lehnen das vorliegende Reformkonzept aber rundweg ab. „Dieses hätte fatale und nicht akzeptable Konsequenzen, weil es mittel- bis langfristig die Existenz der nationalen Ligen gefährden würde“, sagte Seifert.

Er appellierte daher an Uefa-Präsident Aleksander Ceferin, den weiteren Prozess mit Weitsicht zu moderieren. „Bei allen Diskussionen sind zwei Punkte von entscheidender Bedeutung: die Anzahl der Spieltage im Rahmenterminkalender und vor allem der Zugang zu den internationalen Wettbewerben. Veränderungen an diesen beiden Stellen dürfen nicht dazu führen, dass die Relevanz und Zukunft der nationalen Ligen in Europa gefährdet wird“, mahnte Seifert. Darin seien sich alle Top-Ligen einig.

Nach Auskunft des DFL-Geschäftsführers seien Pläne, internationale Spiele künftig auch an Wochenenden auszutragen, vom Tisch. Viel mehr Bauchschmerzen bereitet Seifert der Vorschlag, wonach das milliardenschwere europäische Premiumprodukt zur geschlossenen Gesellschaft werden soll. Die Pläne sehen vor, dass von der Saison 2024/25 an insgesamt 32 Teams in vier Achtergruppen antreten. 24 davon sollen das direkte Ticket für das Folgejahr in der Königsklasse lösen können. In einem pyramidalen System mit drei Europa-Ligen würde es Auf- und Abstieg geben. Übertrüge man dieses Reformkonzept auf diese Bundesligasaison, würden in der kommenden Spielzeit neben den Bayern und dem BVB auch Bayer Leverkusen, Schalke 04 und Eintracht Frankfurt in der Champions League spielen – und dies solange, bis jemand aus dem elitären Kreis absteigt. „Damit würde der Wettbewerbsfaktor in der Meisterschaft entfallen. Wir dürfen nicht zulassen, dass traditionsreiche nationale Ligen in ihrer Attraktivität auf dem gesamten Kontinent beschädigt werden“, sagte Seifert.

Reizthema Kostenbeteiligung

Klare Worte gab es zum Thema Kostenbeteiligung an Polizeieinsätzen bei Hochrisikospielen. „Wir werden alle Rechtsmittel ausschöpfen. Der Gang vor das Bundesverfassungsgericht ist noch möglich“, sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball. „Eine Fondsgründung steht nicht zur Debatte“, sagte er. Damit wird klargestellt, dass im Falle einer juristischen Niederlage nicht alle Clubs an den Kosten beteiligt werden sollen. dpa