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Gewichtheben Obrigheimer Gewichtheber gewinnen deutlich gegen den SC Pforzheim

Ein muskulöser Saisonstart

Archivartikel

Die Obrigheimer Gewichtheber sind kraftvoll und siegreich in die neue Saison gestartet. Am letzten Sommertag dieses Jahres geriet der Wettkampf gegen den Sportclub Pforzheim erwartungsgemäß zu einer klaren Angelegenheit für die Einheimischen. Das Ergebnis von 762,6:532,2 Punkten spiegelt den Leistungsunterschied zwischen dem Vizemeister und dem Fast-Absteiger der vergangenen Saison deutlich wider.

Manuel Noe verpasste, ebenso wie die Athleten Jakob Neufeld und Alexander Oberkirsch, den Wettkampf aus beruflichen Gründen. Aber der Sportliche Leiter hatte sich nicht wunschlos verabschiedet. „750 Punkte plus x, damit wäre ich einverstanden“, hatte Noe gehofft. Seine Mannschaft hat geliefert. Und das, obwohl gleich vier Stammheber – neben Neufeld und Oberkirsch auch Matthäus Hofmann und Marius Oechsle – fehlten.

Sie alle wurden zur Rundenpremiere gut vertreten. Das gilt übrigens auch für Hallensprecher Franz Hauß. Der ehemalige Jugendleiter, seit Jahrzehnten Obrigheims Mann am Mikrofon, war dieses Mal unterwegs. Für ihn übernahm Dirk Rinderle, der neben der Bühne ebenso souverän agierte wie die SV-Athleten auf den Brettern.

Fast die Hälfte der Obrigheimer Relativpunkte steuerten am Samstagabend die beiden Besten bei: Lokalmatador Nico Müller und Neuzugang Sargis Martirosjan. Europameister Müller hat im Sommer seine Hausaufgaben augenscheinlich bestens erledigt. Der 24-Jährige machte dort weiter, wo er in der vergangenen Saison aufgehört hatte. Beim DM-Finale Ende April in Samswegen war er ebenfalls Teambester und holte dort 180 Punkte. Nun stieg er mit knapp 175 Punkten in die Saison ein, wobei er im Zweikampf mit 340 Kilo sogar acht Pfund mehr bewältigte als vor fünf Monaten.

Allerdings war Müller am Samstag auch vier Kilo schwerer – kein lästiges Übergewicht, sondern gezielt aufgebaute Zusatzmasse. Nach der vom Weltverband im Juli verabschiedeten Reform gibt es im internationalen Gewichtheben nun weniger und andere Gewichtsklassen. Die 77-Kilo-Klasse, in der Müller in diesem Jahr EM-Gold gewann, ist gestrichen, weshalb der Obrigheimer künftig in der 81-Kilo-Kategorie antreten wird.

Einziger Schönheitsfehler, den er sich bei seinem 75. Bundesliga-Einsatz für Obrigheim erlaubte, war der Fehler im zweiten Durchgang des Reißens. „Den Versuch hat er verschlafen“, kommentierte Ex-Vorstand Edmund Ehrmann, der sich von Müller Vorstellung ansonsten beeindruckt zeigte. „Klasse, wie technisch sauber und stark Nico gehoben. Bei den 190 Kilo im Stoßen hatte er sogar noch Luft.“

Müller blieb nur ein Kilo unter der Last, mit der er sich Ende März bei der Europameisterschaft in Kroatien zum Goldjungen stieß. Am Samstag bewältigte lediglich ein Athlet ein noch höheres Gewicht: Der fast 109 Kilo schwere Sargis Martirosjan hievte bei seinem Bundesliga-Einstand für den SV Obrigheim 197 Kilo in die Höhe. In der Relativwertung kam der aus Armenien stammende Österreicher jedoch nicht an Müller vorbei. ger