Sport

Turnen Chemnitzerin am Schwebebalken nur EM-Sechste

Ein Sturz – ausgerechnet beim Schäfer-Salto

Archivartikel

Glasgow.Pauline Schäfer lächelte gequält und schüttelte nur den Kopf. Ein von Vorturnerin Nina Derwael aufgesprühter Wasserfleck auf den Schwebebalken hat die Weltmeisterin um die Chance gebracht, die erste EM-Medaille für deutsche Turnerinnen an diesem Gerät seit 31 Jahren zu erkämpfen. Nur zehn Monate nach ihrem WM-Erfolg in Montreal stürzte die 21 Jahre alte Chemnitzerin am Sonntag bei den European Championships in Glasgow ausgerechnet bei dem von ihr kreierten Schäfer-Salto.

Nur rund zehn Minuten später hatte sich die gebürtige Saarländerin schon wieder gefangen und konnte sogar ein wenig lächeln. „Auch Weltmeister dürfen Fehler machen“, meinte sie und wollte die Schuld nicht allein bei dem Wasserfleck auf dem nur zehn Zentimeter breiten Gerät suchen, obwohl ihr Schweißband glitschig geworden war.

Kritischer Wasserfleck

Ihre Trainerin Gabi Frehse sah das schon ein wenig anders. „Ab kommendem Jahr ist es verboten, das Gerät einzusprühen. Und man darf auch nicht vergessen, sie ist im Moment die einzige Turnerin, die dieses schwierige Element anbietet“, räumte die Chemnitzerin ein.

Mit 12,40 Punkten reichte es für Schäfer somit nur zum sechsten Platz. Der Sieg ging an Olympiasiegerin Sanne Wewers aus den Niederlanden mit 13,90 Zählern. „Hätte, hätte – das bringt mich nicht weiter“, meinte Schäfer auf die Frage, ob sie mit einem perfekten Salto die Spitze hätte angreifen können. Eine Medaille wäre dann aber realisierbar gewesen – die erste für deutsche Turnerinnen seit EM-Bronze von Anja Wilhelm aus Wolfsburg 1987.

Dass sie im Gegensatz zur WM als Letzte an das Gerät musste, spielte für Pauline Schäfer keine gravierende Rolle. „Ich nehme es, wie es kommt. Und wenn ich das nächste Mal als Letzte auf den Balken muss, werde ich es eben besser machen“, gab sie sich kämpferisch.

Zuvor hatte die Stuttgarterin Kim Bui bei ihrer achten EM im Finale am Stufenbarren als Vierte mit 14,20 Punkten ihre zweite EM-Medaille nach 2011 knapp verpasst. „Ich werde das jetzt verarbeiten, morgen geht die Sonne wieder auf“, tröstete sie sich, räumte aber ein: „Ein vierter Platz tut immer weh.“