Sport

Ein wenig Hoffnung

Archivartikel

Die Zielsetzung war ambitioniert. In der Weltspitze wollten die deutschen Beckenschwimmer bei der gerade zu Ende gegangenen WM im südkoreanischen Gwangju dabei sein, so sagte es im Vorfeld Teamchef Bernd Berkhahn. Das gelang zumindest zum Teil: Von der Dominanz früherer Jahre sind die Deutschen zwar noch weit entfernt, nach zwei Olympischen Spielen ohne Edelmetall scheint aber die Talsohle durchschritten.

Immerhin: Ihre Medaillenausbeute haben Deutschlands Beckenschwimmer im Vergleich zur WM 2017 verdoppelt. Von einer auf zwei, was das Ausmaß der Dauer-Krise in den vergangenen Jahren nur noch unterstreicht. Mit ein wenig Glück wäre aber auch mehr möglich gewesen. Drei vierte Plätze sind unglücklich – machen allerdings Hoffnung wie einige andere Dinge. Im Vergleich zur WM 2017 schwammen 14 statt fünf Deutsche ins Finale, alle sieben Staffeln qualifizierten sich für die Olympischen Spiele 2020. Und nicht zuletzt ist die Stimmung in der Mannschaft seit dem Ende der Ära des umstrittenen Bundestrainers Henning Lambertz deutlich besser. Der Mannheimer Philip Heintz etwa schaute trotz seines vierten Platzes optimistisch in Richtung Tokio: „Ich bin wieder der, der sagt, dass ich das Ding nächstes Jahr gewinnen werde.“ Auch Brustschwimmer Marco Koch, der übrigens weiter von Lambertz trainiert wird, geht die nächsten zwölf Monate zuversichtlich an: „Wenn wir so weitermachen, wird es richtig gut.“

Es gibt also ein paar positive Ansätze. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass viel an wenigen Athleten hängt. Stand heute sind Florian Wellbrock, Franziska Hentke, Sarah Köhler, Heintz und Koch die größten Hoffnungsträger für Olympia 2020. Und klar ist auch: Erst dort wird sich zeigen, was der Aufschwung wirklich wert ist.

Zum Thema