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Fußball Andreas Ludwig ist mit 28 Jahren der älteste Spieler in der U23 der TSG Hoffenheim / Bundesliga-Debüt gegen den FC Bayern

Eine Rückkehr mit Zukunftsperspektiven

Archivartikel

In der U23 der TSG 1899 Hoffenheim ist Andreas Ludwig der älteste Spieler und damit zwangsläufig eine Führungsfigur. Nach bewegten Stationen in Ulm, Hoffenheim, Heidenheim, Aalen, München, Utrecht und Magdeburg spielt der 28-Jährige nun wieder für die TSG. In seiner neuen Rolle als Leitwolf kann er einiges an die jüngeren Teamkameraden weitergeben und ihnen berichten – unter anderem von seinem Bundesligadebüt bei den Bayern.

Als der vierte Offizielle im Januar 2010 in der Münchener Arena nach der Halbzeit der Bundesligapartie zwischen Bayern München und der TSG die Anzeigetafel mit der Nummer 31 hochhob und damit das Bundesligadebüt des damals 19-jährigen Andreas Ludwig ankündigte, hatte die steil ansteigende Karriere des offensiven Mittelfeldspielers aus Ulm ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Ein halbes Jahr zuvor hatte er noch als Juniorenspieler mit den Regionalliga-Herren des SSV Ulm bei Eintracht Bamberg gespielt und nun kreuzte er in der Bundesliga mit Bastian Schweinsteiger und Mark van Bommel die Klingen. „Das Bayern-Spiel war natürlich etwas ganz Besonderes. Dass es für mich so schnell gehen würde, damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt „Lude“, wie Andreas Ludwig von seinen Mitspielern genannt wird. Zwischen dem 19-jährigen Talent aus der Arena in München-Fröttmaning und dem 28-jährigen Führungsspieler, der heute für die U23 im Dietmar-Hopp-Stadion aufläuft, liegen eine Handvoll Bundesligaspiele, fünf weitere Stationen und ein prägender Busunfall

Als 14-Jähriger kam er zum SSV Ulm. Als „Spatz“ schaffte er es bereits als A-Jugendlicher zur Herrenmannschaft, die damals wieder bis in die Regionalliga abgestiegen war. Sein Trainer damals: Markus Gisdol. Nebenbei absolvierte „Lude“ eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. „Damals habe ich von 6 bis 14 Uhr im Betrieb gearbeitet und stand um 15 Uhr auf dem Trainingsplatz. Das war schon eine prägende Zeit“, so Ludwig, der sich vor seinem Wechsel nach Hoffenheim noch nicht ernsthaft mit dem Gedanken beschäftigt hatte, einmal ausschließlich mit dem Fußballspielen sein Geld zu verdienen.

Gisdol und Rangnick die Förderer

Dass es den damals 18-Jährigen zur TSG zog, hatte vor allem mit Markus Gisdol und Otmar Rösch zu tun, die damals als Chef- und Co-Trainer vom SSV Ulm zur Hoffenheimer U23 wechselten und ihren hoffnungsvollen Mittelfeldspieler gleich mitnahmen. „Die beiden waren für mich damals eine große Hilfe und Markus Gisdol hat auch danach immer viel von mir gehalten“, erinnert sich Ludwig, der heute rückblickend auch den damaligen Trainer des TSG-Bundesligateams, Ralf Rangnick, als seinen Förderer bezeichnet. Nach rund drei Monaten durfte er bei den Profis mittrainieren und weitere drei Monate später machte er sein erstes Bundesligaspiel.

Nach diversen Stationen ist der Mittelfeldspieler seit beginn der aktuellen Saison wieder zurück bei der TSG. „Trainer Marco Wildersinn hat sich schon früh bei mir gemeldet und mir eine Perspektive bei der TSG aufgezeigt, die sehr verlockend war. Natürlich war es kein einfacher Schritt, mit 27 in die Regionalliga zu gehen. Aber ich kann hier eine neue Rolle als Führungsspieler einnehmen und außerdem meine ersten Trainerscheine machen. Diese Möglichkeiten bieten nicht viele Vereine und sie haben letztlich den Ausschlag gegeben.“

Nebenbei wird „Lude“ demnächst seine Trainer-B-Lizenz machen. Einen Fitness-Trainerschein hat er schon in Utrecht gemacht. „Die Trainertätigkeit interessiert mich sehr, und ich habe in meiner Karriere ja auch den einen oder anderen erlebt. Mit Marco Wildersinn bin ich natürlich im regelmäßigen Austausch und ich fände es spannend, das einmal selber zu machen.“